Reaktion auf eskalierende Pro-Palästina-Proteste

Nach Handgreiflichkeiten vor Kirche: Langenau schränkt Kundgebungen ein

Die Stadt Langenau reagiert auf die Handgreiflichkeiten im Rahmen von andauernden Pro-Palästina-Protesten: Sie hat eine Allgemeinverfügung erlassen. Dies soll die Lage befrieden.

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Von Autor/in Christine Janke

Die Stadt Langenau im Alb-Donau-Kreis reagiert nach den Handgreiflichkeiten am ersten Juliwochenende vor der evangelischen Martinskirche mit einer Allgemeinverfügung. So will sie verhindern, dass pro-palästinensische Proteste weiter eskalieren. Die Verfügung untersagt ab sofort Handlungen, die darauf gerichtet sind, den Ablauf kirchlicher Veranstaltungen zu stören. Sie gilt für Sonn- und Feiertage zwischen 8.30 Uhr und 14 Uhr im Umfeld der Martinskirche.

Eine Woche später hatte der Gottesdienst allerdings nicht an der Martinskirche, sondern im Gemeindegarten am Stadtrand stattgefunden. Dort gilt die Allgemeinverfügung nicht. Bürgermeisterin Daria Henning hatte im Vorfeld erklärt, dass es für die Zeit des Gottesdienstes eine erhöhte Polizeipräsenz gäbe.

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Evangelische Kirche fordert seit einem Jahr Allgemeinverfügung

Bisher sei eine Allgemeinverfügung nicht möglich gewesen, so Bürgermeisterin Henning. Es würden die Grundrechte Meinungs- und Religionsfreiheit gegeneinander stehen. In der Abwägung hätten die bisherigen Vorfälle nicht für eine solche Verfügung ausgereicht. Doch die jüngsten Ereignisse hätten nun die Allgemeinverfügung ermöglicht.

Eine Karte zeigt den Bereich, der in Langenau qua Allgemeinverfügung Proteste an Sonn- und Feiertagen verbietet.
Die neue Allgemeinverfügung regelt, in welchem Bereich rund um die Martinskirche Proteste an Gottesdiensttagen verboten sind. Ordnungsamt Stadt Langenau

Seit anderthalb Jahren gibt es an Sonntagen vor der Kirche häufig Pro-Palästina-Kundgebungen. Es gab Vandalismus, antisemitische Schmierereien und Pöbeleien.

Der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl sprach von einem Spießrutenlauf für Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer. Sie müssten übelste Beschimpfungen ertragen und würden die Kirche teils durch Seitenausgänge verlassen, um dem zu entgehen. Auch Pfarrer Ralf Sedlak und dessen Familie müssten mit heftigen Anfeindungen seitens der Protestierenden leben. Landesbischof Gohl zeigte sich erleichtert über die geplante Allgemeinverfügung und begrüßte sie.

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