Baden-Württemberg hat gewählt. Wie die Menschen in den Wahlkreisen Heidenheim, Schwäbisch Gmünd, Aalen, Ulm und Ehingen abgestimmt haben, lesen Sie hier.
- Heidenheim (Wahlkreis 24)
- Schwäbisch Gmünd (Wahlkreis 25)
- Aalen (Wahlkreis 26)
- Ulm (Wahlkreis 64)
- Ehingen (Wahlkreis 65)
Was passiert aktuell bei der Landtagswahl? Das lesen Sie hier in unserem Ticker:
Die Wahl im SWR BW-Landtagswahl Liveticker: ++ Hagel bietet Rücktritt an - CDU-Landesvorstand lehnt ab ++ Özdemir erteilt Grüner Jugend eine Absage ++ Wechselt Palmer ins Özdemir-Kabinett? ++
Wer hat die Landtagswahl Baden-Württemberg gewonnen? Aktuelle Nachrichten, Hintergründe, Analysen und Zahlen zur Landtagswahl 2026 finden Sie live in unserem SWR Aktuell Ticker.
Heidenheim (Wahlkreis 24)
Der Wahlkreis Heidenheim schickt einen Neuling in den Landtag: Michael Kolb von der CDU holt mit 29 Prozent die meisten Erststimmen, nachdem bei der vergangenen Landtagswahl die Grünen das Direktmandat geholt hatten. Deren Kandidatin Clara Resch landet nach AfD-Kandidat Jürgen Müller sogar nur auf dem dritten Platz. Dennoch bleibt die 31-Jährige weiter im Landtag wegen ihres Listenplatzes.
Andreas Stoch aus Heidenheim, Spitzenkandidat der SPD und langjähriger Landesvorsitzender, hat Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden der SPD gezogen. Er hat seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef angekündigt. Auch in seinem Wahlkreis landete er bei der Erststimme lediglich auf dem vierten Platz.
Er beklagte in der ARD-Wahlsendung, dass es im Wahlkampf nicht um inhaltliche Fragen gegangen sei: "Es blieb an der Oberfläche, es blieb bei einer Frage nach der Person, es hat sich nicht angefühlt, wie ein Landtagswahlkampf, es hat sich angefühlt, wie ein Oberbürgermeisterwahlkampf, und da sind wir hinten runtergefallen." Stoch weiter: "Ich werde persönlich die Konsequenzen ziehen". Es brauche eine Neuausrichtung an der Spitze der Fraktion und auch der Landespartei.
Schwäbisch Gmünd (Wahlkreis 25)
Die Stimmung bei der CDU-Wahlparty im Café Margrit in Schwäbisch Gmünd war nach der ersten Prognose zunächst gedrückt. Die eigenen Zahlen wurden kommentarlos zur Kenntnis genommen. Es gab enttäuschtes Gemurmel, als die Zahlen der AfD gezeigt wurden. Im Laufe des Abends wurde die Stimmung deutlich besser. Vor allem, als Tim Bückner kam: langer, tosender Applaus für ihn. Kurz darauf stand fest: Er konnte das Direktmandat holen, nachdem bei der Wahl zuvor noch die Grünen gewonnen hatten.
Über seinen persönlichen Erfolg freue er sich, sagte Bückner. Den bisherigen und wohl auch zukünftigen Koalitionspartner, die Grünen, kritisierte er dagegen heftig für den Wahlkampf. Da sei viel Porzellan zerschlagen worden, das werde die Zusammenarbeit erschweren.
Die bisherige Landtagsabgeordnete aus Schwäbisch Gmünd, Martina Häusler von den Grünen, rechnet sich nur noch geringe Chancen aus, über ihren Listenplatz erneut in den Landtag zu kommen. Aber sie zeigte sich "freudig überrascht" vom Abschneiden ihrer Partei und habe angesichts der Hochrechnungen ein "richtig gutes Gefühl". Die Gründe für das gute Abschneiden der Grünen sieht sie in der Erfahrung und der Kompetenz von Cem Özdemir.
Aalen (Wahlkreis 26)
Winfried Mack zieht zum sechsten Mal in Folge in den Landtag ein. Der CDU-Politiker gewann den Wahlkreis Aalen mit großem Abstand und holte knapp 43 Prozent der Erststimmen. Mack freute sich im SWR-Interview "über einen ganz tollen Wahlerfolg in Aalen". Er sieht darin den Lohn für gute Arbeit in der vergangenen Legislaturperiode.
Dahinter landete Chris Hegel von der AfD. Der 25-jährige Polizeibeamte kommt dank seines Listenplatzes in den Landtag.
Dem SWR sagte er, dies sei eine große Ehre, er sei der erste AfD-Abgeordnete des Wahlkreises im Landtag. Dort wolle er als Polizeibeamter vor allem eine praxisnahe Sicht auf die innere Sicherheit einbringen.
Ulm (Wahlkreis 64)
Mit Mario Schneider wird nach dieser Wahl wieder ein CDU-Politiker aus dem Wahlkreis Ulm direkt in den Landtag einziehen. Schneider erreichte 33,3 Prozent der Erststimmen. Der vorherige Wahlkreissieger Michael Joukov (Grüne) landete mit 31,2 Prozent knapp dahinter, wird aber über die Landesliste der Partei erneut in den Landtag kommen.
Seinen Erfolg vermutet Mario Schneider darin, dass er kein typischer Berufspolitiker sei: "Ich glaub', dass ich ein ganz normaler Typ bin - und dass viele das auch sehen." Sein Ziel sei unter anderem, im Landtag unangenehm zu sein und beispielsweise beim Thema Bürokratieabbau mit den Betroffenen zu sprechen.
Kurz nach 18 Uhr war die Freude bei Joukov groß, als die Prognose den Grünen einen großen Vorsprung bescheinigte. Im Anschluss sagte er dem SWR, er habe mit so einem deutlichen Erfolg seiner Partei noch vor drei Wochen nicht gerechnet.
Für den Wahlkreis Ulm wird auch Daniel Rottmann im kommenden Landtag vertreten sein. Der 56-Jährige war bereits von 2016 bis 2021 für die AfD im Landtag.
Er sei begeistert und freue sich riesig, seine Arbeit fortsetzen zu können, sagte er dem SWR. Wie damals auch wolle er im Petitionsausschuss mitarbeiten. Seine Partei habe ein sehr gutes Ergebnis erreicht und sei als drittstärkste Fraktion die einzige Oppositionskraft, nachdem die SPD nur noch wenige Mandate haben werde.
Ehingen (Wahlkreis 65)
In Ehingen, der Heimat von CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel, war es um 18 Uhr sehr still. Bei der Prognose um 18 Uhr, die der CDU einen Rückstand von drei Prozent auf die Grünen bescheinigte, hätte man eine "Stecknagel fallen hören", berichtet unser Reporter Frank Wiesner von der dortigen Wahlparty.
Auch wenn Manuel Hagel seinen Wahlkreis Ehingen erneut mit 47,7 Prozent gewonnen hat, zeigte sich der Spitzenkandidat in der ARD enttäuscht. Er kritisierte den Wahlkampf der vergangenen Tage, der "ohne Anstand" und "unter der Gürtellinie" geführt worden sei. Aber für den Ausgang der Wahl trage er die Verantwortung.