Erneut haben sich am Sonntag Pro-Palästina-Demonstrierende nahe der evangelischen Martinskirche in Langenau (Alb-Donau-Kreis) versammelt. Nach Handgreiflichkeiten zwischen Gemeindemitgliedern und Demonstrierenden Anfang Juli hatte die Stadt Kundgebungen vor der Kirche im Umfeld von Gottesdiensten verboten.
Keine 150 Meter trennen die Demonstrierenden von dem evangelischen Gotteshaus. Anders als in den vielen Monaten zuvor protestieren sie an diesem Sonntag hinter einer Absperrung. Beobachtet von Polizeibeamten. Zwei Tage zuvor hat die Stadt Langenau Kundgebungen rund um die Martinskirche an Sonn- und Feiertagen verboten. Jetzt demonstriert die Gruppe direkt an der Grenze zu dem von der Verwaltung definierten Verbotsbereich.
Reaktion auf eskalierende Pro-Palästina-Proteste Nach Handgreiflichkeiten vor Kirche: Langenau schränkt Kundgebungen ein
Die Stadt Langenau reagiert auf die Handgreiflichkeiten im Rahmen von andauernden Pro-Palästina-Protesten: Sie hat eine Allgemeinverfügung erlassen. Dies soll die Lage befrieden.
"Martinskirche, hört uns zu: Wir lassen euch nicht in Ruh", rufen die rund 30 Menschen durch die Langenauer Hindenburgstraße. Viele der Männer und Frauen tragen Palästinensertücher - schwarz mit weißen Karos. Sie haben selbstgebastelte Plakate dabei, Fotos von verwundeten Menschen. Und Palästinaflaggen.
Die Stadt begründet das Demonstrationsverbot vor der Kirche mit einem Vorfall Anfang Juli: Am Rande eines Gottesdiensts war es bei einer Pro-Palästina-Demonstration zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Eine neue Stufe der Eskalation in einem Konflikt, der bereits seit Oktober 2023 in Langenau schwelt.
Damals hatte der evangelische Pfarrer Ralf Sedlak in einem Gottesdienst der Hamas-Opfer in Israel gedacht. Seither wurden Sedlak und seine Gemeinde immer wieder von einer Pro-Palästina-Gruppe bedrängt und angepöbelt. Seit März 2024 gab es beinahe wöchentlich Demonstrationen vor der Kirche mit israelfeindlichen Plakaten.
Konflikt spitzt sich zu Langenau: Handgreiflichkeiten bei Pro-Palästina-Demonstration nach Gottesdienst
In Langenau ist es am Sonntag vor der evangelischen Martinskirche zu Handgreiflichkeiten gekommen. Damit spitzt sich ein seit eineinhalb Jahren schwelender Konflikt zu.
Mehrere Polizeistreifen waren am Sonntagmorgen in Langenau unterwegs. Laut Polizei ist es zu keinen besonderen Vorkommnissen gekommen. Vielleicht auch, weil der Gottesdienst ausnahmsweise nicht in der Martinskirche, sondern im evangelischen Gemeindegarten am Stadtrand stattgefunden hat. Mit der Allgemeinverfügung hofft die Stadt nun, den Konflikt zu beruhigen.