Vor dem Landgericht Ellwangen hat am Mittwoch ein Prozess gegen drei Brüder aus Aalen wegen erpresserischen Menschenraubs begonnen. Vor Gericht haben sie die Aussage verweigert. Sie sollen laut Anklage im Februar einen 20-jährigen Mann in Stuttgart entführt, in einem Keller festgehalten und schwer misshandelt haben, um mehrere zehntausend Euro zu erpressen. Zwei weitere Personen sind mitangeklagt, weil sie den Brüdern laut Anklage Hinweise zur Tat gegeben haben sollen.
Anklage: Brüder wollten von Familie des Opfers 70.000 Euro erpressen
Laut Anklage soll eine Mitangeklagte, die zum Prozessauftakt nicht anwesend war, das Opfer unter einem Vorwand zu einem Hotel nach Stuttgart gelockt haben. Dort sollen die 32, 25 und 23 Jahre alten Brüder aus Aalen den Mann in ein Auto gezerrt haben.
Während der Fahrt sollen sie dem Opfer mit einem Messer am Oberschenkel verletzt und mit einer Pistole geschlagen haben. Die Brüder brachten den 20-Jährigen laut Anklageschrift in einen Keller in Aalen.
Auch während der anschließenden zweitägigen Gefangenschaft im Keller sollen die Hauptangeklagten ihr Opfer mehrfach misshandelt haben. Das mutmaßliche Ziel der Brüder: Sie wollten laut Staatsanwaltschaft 70.000 Euro von ihrem Opfer und seiner Familie erpressen.
Der junge Mann erlitt Brüche und Prellungen. Sein Zustand sei der Familie mitgeteilt worden, damit sie zahlt. Laut Polizei sei jedoch kein Geld geflossen.
Landgericht Ellwangen: Prozess mit 34 Zeugen bis Anfang August
Die Hintergründe der Tat werden im Lauf von sieben weiteren Verhandlungstagen erörtert. Geklärt werden soll, ob und inwieweit sich Täter und Opfer kannten und warum die Täter den 20-Jährigen als Opfer ausgewählt haben.
Auch über die Umstände seiner Befreiung oder Freilassung ist bisher kaum etwas bekannt. Das Landgericht Ellwangen hat zur Beweisaufnahme 34 Zeugen geladen. Das Urteil fällt voraussichtlich am 6. August.