Der 22-Jährige hatte gemeinsam mit drei Mittätern ein minderjähriges Mädchen vergewaltigt und war zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Am Donnerstag wurde er als letzter der Täter nach Afghanistan abgeschoben. Das hat das baden-württembergische Justizministerium in Stuttgart mitgeteilt.
Vergewaltigung Ende Oktober 2019 in Illerkirchberg
Zwei Mittäter wurden in den vergangenen beiden Jahren ebenfalls nach Afghanistan ausgeflogen, der vierte bereits vor vier Jahren in den Irak. Die jungen Männer hatten ihr Opfer am Halloweenabend 2019 in Ulm angesprochen. Anschließend waren sie mit dem Bus in das wenige Kilometer entfernte Illerkirchberg im Alb-Donau-Kreis gefahren. Dort hatten die Täter das 14-jährige Mädchen mit einem Amphetamincocktail betäubt und anschließend mehrfach vergewaltigt. Alle vier Männer wurden später vom Landgericht Ulm zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Der 22-Jährige wurde am Donnerstag zusammen mit zwei weiteren Straftätern aus Baden-Württemberg mit einem Abschiebeflug nach Afghanistan ausgeflogen, teilte das Stuttgarter Justizministerium mit. Bei den beiden anderen handelt es sich demnach um einen 30-Jährigen, der wegen versuchten Mordes und versuchter Brandstiftung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden war, und einen 38-Jährigen, der wegen gefährlicher Körperverletzung strafrechtlich in Erscheinung getreten war.
Erste Abschiebung nach Afghanistan seit Vereinbarung mit den Taliban
Insgesamt saßen 20 afghanische Straftäter in der Charter-Maschine. Sie startete von Leipzig mit dem Ziel Kabul. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums war es der erste Charterflug, der ohne die Unterstützung anderer Staaten auf Grundlage einer direkten Vereinbarung zustande kam. Bei vorigen Flügen hatte Katar vermittelt. Mitarbeiter des Ministeriums haben nun eine Vereinbarung mit den islamistischen Taliban getroffen.
Abgeschoben wurden laut Bundesinnenministeriums ausreisepflichtige Männer, die in Deutschland straffällig geworden waren, unter anderem wegen Sexualdelikten, Körperverletzung und Drogendelikten.