Der Ulmer Feiertag naht: Der Schwörmontag. Mit der traditionsreichen Schwörrede des Oberbürgermeister und dem Nabada, dem feucht-fröhlichen Wasserkarneval auf der Donau. Die Ulmer feiern aber auch schon das ganze Wochenende davor. Tausende von Menschen sind von Freitag bis Montag unterwegs. Wie man sich ins Getümmel stürzen kann und trotzdem entspannt bleibt - dazu ein paar Tipps.
- Die Lichterserenade: Von wo aus man sie am besten sehen kann
- Das Schwörkonzert: Zurück im Münster
- Das Nabada: Wenn Sie gerne trocken bleiben möchten...
- Das Feiern in der Au: Der Schlangenweg ist wieder da
- Die Party in der Stadtmitte: Wo es laut wird, aber die Musik nicht durcheinandergeht
Die Lichterserenade: Von wo aus man sie am besten sehen kann
Der stimmungsvollste Start ins Schwörwochenende ist die Lichterserenade am Samstagabend. Romantischer erlebt man die Donau an keinem anderen Tag im Jahr. Wenn 15.000 Teelichter von Holzbooten - den traditionsreichen Ulmer Schachteln - aufs Wasser gesetzt werden und sich zu einem leuchtenden Lichterteppich vereinen, das sorgt für Gänsehaut und feuchte Augen.
Allerdings nur, wenn man einen guten Platz ergattert, um das malerische Schauspiel zu genießen. Wichtigster Tipp: Rechtzeitig da sein. Das heißt: Spätestens eine Stunde vor Beginn. Die ersten Lichter werden gegen 21:30 Uhr aufs Wasser gesetzt.
Und von wo aus hat man den besten Blick auf die Lichterserenade? Grundsätzlich von allen erhöhten Punkten am Donauufer: Auf Ulmer Seite zählen die Stadtmauer und die Donaustufen dazu, am Neu-Ulmer Ufer die Naturterrassen vor dem Edwin-Scharff-Haus und die Aussichtsplattform vor der Donau-Klinik. Und natürlich von der Herdbrücke. Von der Gänstorbrücke könnte die Sicht wegen der Baustelle derzeit weniger gut sein.
Allein ist man da natürlich nicht, mit anderen Worten: Es ist rappelvoll! Wer den engen Kontakt zu wildfremden Menschen scheut, findet vielleicht auf der Wilhelmshöhe auf Ulmer Seite ein halbwegs ruhiges Plätzchen mit passabler Sicht. Normalerweise ist auch die Friedrichsau ein guter Tipp. Dieses Jahr allerdings weniger: Weil die Donau so langsam fließt, kann es passieren, dass es nur wenige Lichter bis in die Au schaffen. Sie treiben schon vorher an die Ufer und werden erfahrungsgemäß von den Zuschauern rausgefischt und als Souvenir mitgenommen.
Das Schwörkonzert: Zurück im Münster
Für kulturbeflissene Besucherinnen und Besucher des Schwörwochenendes ist das Schwörkonzert am Samstag, dem 18. Juli, ein Muss. Dieses Jahr gibt es etwas Neues - genauer gesagt, etwas neues Altes: Es kehrt ins Münster zurück. Drei Jahre lang war das Konzert aus Sanierungsgründen in die Pauluskirche ausquartiert. Auf dem Programm stehen Mozarts Krönungsmesse und die Peer-Gynt-Suite Nr. 1 von Edvard Grieg.
Das Nabada: Wenn Sie gerne trocken bleiben möchten...
Höhepunkt für alle Feierwütigen ist zweifellos der Schwörmontag selbst. Und noch zweifelloser das Nabada (Betonung auf der ersten Silbe!): Der Wasser-Karnevals-Umzug mit originellen Themenbooten und Blasmusik auf Ulmer Schachteln lockt Tausende Zuschauer an die Donau - und Tausende freie Nabader in die Donau. Auf Matratzen und Gummitieren oder einfach schwimmend.
Ulmer Stadtfeiertag Liveblog: Das war der Schwörmontag in Ulm
Am 20. Juli war Ulm einmal mehr im Ausnahmezustand - am Schwörmontag. Zehntausende Gäste waren bei der Schwörrede und beim Wasserumzug Nabada. Was los war, könnt ihr im Liveblog nachlesen und schauen.
Wobei es im Grunde egal ist, ob man am Nabada vom Wasser oder vom Ufer aus teilnimmt - nass wird man auf jeden Fall. Dafür sorgen die teils überdimensionalen Wasserspritzinstrumente, die die Nabader mit sich führen und das Publikum nach allen Regeln der Kunst "erfrischen". Wer das Nabada halbwegs trocken überstehen will, sollte also in diesem Fall auf einen Platz in den vorderen Reihen verzichten. Wie bei der Lichterserenade ist man oder frau auch hier gut beraten, sich frühzeitig ein Plätzchen zu suchen. Um 16 Uhr geht's los. Der SWR überträgt das Nabada auch im Livestream.
Traditionell darf das Publikum die Themenboote, die sowohl Ulmer als auch überregionale Themen durch den Kakao bzw. die Donau ziehen (die Farbe der Flüssigkeiten ähnelt sich mal mehr, mal weniger), bewerten. Neu dieses Jahr: Es gibt zusätzlich eine Jury. Deren Bewertung und die des Publikums machen jeweils 50 Prozent des Gesamtergebnisses aus.
Das Feiern in der Au: Der Schlangenweg ist wieder da
Apropos "neu": Der Schlangenweg ist wieder da. Aber keine Angst, hier wird keiner gebissen. Der Schlangenweg ist ein Fußweg in der Friedrichsau. Er schlängelt sich durch die Au (daher der Name), verbindet die drei Biergärten und wird von Essständen und Buden gesäumt. Seit der Corona-Pandemie war der Schlangenweg verschwunden - jetzt ist er wieder aufgetaucht.
Wer den Schwörmontag gemütlich ausklingen lassen will und wenig Lust auf Party hat: Alteingesessene Ulmer nehmen Korb und Decke mit zum Nabada und picknicken anschließend in der Au auf der "Dianawiese". Praktischerweise liegt sie neben dem Schlangenweg, sodass man das Essen fürs Picknick nicht mitschleppen muss.
Überhaupt ist die Friedrichsau der Ort für den Typ Schwörmontagsbesucher, der es etwas ruhiger mag. Die Livemusik in den Biergärten changiert zwischen Schlager, leichtem Jazz und Easy Listening. Man sitzt auf der Bierbank, plaudert und versteht sogar, was der andere sagt.
Die Party in der Stadtmitte: Wo es laut wird, aber die Musik nicht durcheinandergeht
Das ist in der Ulmer Innenstadt nur bedingt möglich. Hier geht nach dem Nabada der Punk ab und der Bär steppt - bis tief in die Nacht. Auf vielen Plätzen und in Freiluftcafés wird Sound aus allen Kulturkreisen und für alle Altersstufen erzeugt. Erfahrungswert: Je näher der Stadtmitte, desto jünger - und lauter. Im ganzen Stadtzentrum strömen die Menschen in Scharen, rund um manche Livemusik-Bühnen wird man schier erdrückt.
Anders im oberen Fischerviertel: Da haben sich vier benachbarte Wirte und Kneipiers im vergangenen Jahr etwas Originelles einfallen lassen, das sie auch dieses Jahr wieder praktizieren: Sie teilen sich einen DJ. Der macht seine Musik an einem "geheimen" Ort, die kommt dann an allen beteiligten Gaststätten aus den Boxen. So macht sich die Musik nicht gegenseitig Konkurrenz, und weil keine Livebands spielen, herrscht in den engen Gassen auch weniger Gedränge, es geht aufgelockerter und entspannter zu. Und auch sicherer.