Mann aus Kenia nahm an beruflichem Austauschprogramm teil

22-Jähriger ertrinkt in Badeweiher bei Dillingen

In einem Weiher bei Dillingen an der Donau ist am Sonntag ein 22-Jähriger ertrunken. Wie die Polizei mitteilte, soll es sich um einen Mann aus Kenia handeln.

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Stand

Von Autor/in Torsten Blümke

Ein 22-Jähriger ist am Sonntagmittag in der sogenannten "Donaualtheimer Schutte", einem Weiher zwischen dem Dillinger Stadtteil Donaualtheim und Finningen, ertrunken. Laut Polizei geriet der junge Mann unter Wasser und war nicht wieder aufgetaucht. Rettungskräfte suchten mit Tauchern und Hubschrauber nach dem Mann. Er wurde knapp eine Stunde später gefunden. Versuche, ihn wiederzubeleben, waren ohne Erfolg.


Die Wasserwacht (Bezirk Schwaben) hat am Sonntag in einem Weiher bei Dillingen nach einem jungen Mann gesucht. Der 22-Jährige war unter Wasser geraten und nicht mehr aufgetaucht.
Die Wasserwacht (Bezirk Schwaben) hat am Sonntag in einem Weiher bei Dillingen nach einem jungen Mann gesucht. Der 22-Jährige war unter Wasser geraten und nicht mehr aufgetaucht. Wasserwacht-Bezirk Schwaben

Kriminalpolizei ermittelt die genauen Umstände des tödlichen Badeunfalls

Der 22-jährige, aus Kenia stammende Mann war im Rahmen eines beruflichen Austauschprogramms zu Gast im Landkreis Dillingen. Ob er schwimmen konnte, ist bislang nicht bekannt. Die Kriminalpolizei soll die genauen Umstände des Unfalls klären.

Im Kreis Dillingen ist es bereits der zweite tödliche Badeunfall in diesem Jahr. Ende Juni war ein 23-Jähriger im Gartnersee bei Gundelfingen ertrunken.

Wasserwachten beklagen Selbstüberschätzung von Badegästen

Das Bewusstsein für Gefahren im Wasser wird nach Einschätzung von Wolfgang Piontek insgesamt weniger. Er ist Bezirksvorsitzender der Wasserwacht Schwaben. Im Vergleich zu den Vorjahren hat beispielsweise die Wasserwacht rund um Dillingen an der Donau in diesem Sommer deutlich mehr Einsätze, auch mit Notfällen, so die Bilanz.

Das Hauptproblem ist seiner Ansicht nach, dass gängige Baderegeln nicht beachtet werden, etwa nach dem Essen nicht gleich zu schwimmen oder auch, sich vorher abzukühlen. "Viele überschätzen sich dabei auch selbst, nach dem Motto: Mir passiert ja eh nichts", so Piontek.

90 Prozent der Badeunfälle wären meiner Erfahrung nach vermeidbar.

Ähnliches beobachtet auch die Wasserwacht in Neu-Ulm sowie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) der Ortsgruppe Ulm. Sie sehen nicht selten, dass Eltern ihre Kinder ohne Begleitung ans oder gar ins Wasser lassen.

Rettungsschwimmer und -schwimmerinnen arbeiten fast immer ehrenamtlich. Trotzdem: Badestellen flächendeckend zu überwachen, ist personell nicht möglich, so die Lebensretter. Aber auch dort, wo Aufsichtspersonal vor Ort ist, denken Badegäste oft fälschlicherweise, dass die Rettungskräfte alles im Blick haben könnten.

In einem Punkt sind sich Wasserwacht und DLRG einig: Werden einfache Baderegeln und Empfehlungen befolgt, können viele Badeunfälle vermieden werden.

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