Die anhaltende Trockenheit macht auch Sportvereinen im Land zu schaffen: Rasenflächen und Sportplätze müssen bewässert werden, dafür sind teils große Wassermengen notwendig. Wenn Landkreise die Entnahme aus Flüssen verbieten, kann es teuer werden. Dann müssen Sportvereine manchmal auf Trinkwasser zurückgreifen. Der TSV Langenau hat einen eigenen Weg gewählt.
TSV Langenau greift auf das Grundwasser zurück
Drei Fußballplätze und vier Tennisplätze muss der TSV Langenau (Alb-Donau-Kreis) bewässern. Der Verein braucht in manchen Jahren bis zu zweieinhalb Millionen Liter Wasser. Damit könnte man etwa 13.000 Badewannen füllen. Früher musste der Verein Trinkwasser verwenden, das war sehr teuer, erklärt Vorstand Thomas Martin.
Dann habe man sich daran erinnert, dass das Gelände an einer ehemaligen Kiesgrube liegt. Und das Grundwasser damit nicht weit entfernt sei. Das sei im Jahr 2020 gewesen. Die Genehmigung vom Landratsamt kam recht schnell, so Martin, der Bau habe etwas länger gedauert. Doch seit 2024 gebe es nun einen Brunnen mit zwei Zisternen.
Der fasst insgesamt 20.000 Litern. Kostenpunkt: 26.000 Euro. "Wir zahlen kein Trinkwasser mehr. Wir verbrauchen kein Trinkwasser mehr. Wir haben nur noch eine Stromrechnung für die Pumpen", erklärt Thomas Martin. Der Verein spare so zwischen 4.000 bis 12.000 Euro im Jahr. Geld, mit dem der TSV Langenau nun andere Investitionen finanzieren kann.
Bewässerung wichtig für die Sportlerinnen und Sportler
Einen Teil der Kosten für die neue Bewässerungsanlage hat der Württembergische Landessportverband übernommen. Benedikt Bohn ist bei dem Verband für die Genehmigung der Anträge zuständig. Er hält eine gute Bewässerung der Sportplätze für sinnvoll. "Wenn ich meinen Platz schlecht bewässere, wird der Platz sehr hart. Dadurch steigt die Verletzungsgefahr für den Sportler", so Bohn.
Zusätzlich gehen die Spielstätten kaputt, wenn sie nicht bewässert werden. Eine Sanierung wäre dann deutlich teurer als das Bewässern der Anlagen, meint Bohn.
FAQ zu Trockenheit und Wasserknappheit Hitze und Dürre in BW: Immer mehr Landkreise verbieten die Wasserentnahme
In BW sind die Böden durch viel Hitze und wenig Regen trocken. Wie steht es um das Grundwasser? Wie sind die Regelungen mit Pools? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen zum Teil verboten
Vereine, die das Glück haben, dass ihre Sportplätze neben einem Bach oder Fluss liegen, können eigentlich das benötigte Wasser dort entnehmen. Allerdings gibt es bei Trockenheit immer wieder Verbote, Wasser in großen Mengen zu entnehmen. Wie zum Beispiel im Alb-Donau-Kreis.
Die niedrigen Wasserpegel würden für erhöhte Wassertemperaturen und einem verringerten Sauerstoffgehalt sorgen, begründet das Landratsamt den Schritt. Das sei eine Gefahr für Fische, Wasserpflanzen und Wasserorganismen. Ende August wurde das Verbot gelockert, aber nicht aufgehoben.
Bewässerung von Sportplätzen: Auch Grundwasser könnte knapp werden
Am nachhaltigsten wäre es wohl, Regenwasser zu verwenden. Die Regenmenge reicht aber oft nicht aus, um die Sportplätze effektiv zu bewässern. Allerdings ist auch das Grundwasser eine begrenzte Ressource. Das sagt die Landeswasserversorgung in Stuttgart. Sollte der Grundwasserspiegel zu tief sinken, könnte auch für das Gießen mit Grundwasser ein Verbot ausgesprochen werden.
Einer solchen Situation sieht Thomas Martin vom TSV Langenau gelassen entgegen. Es gebe eine langfristig angelegte Genehmigung für die Entnahme des Brunnenwassers. Auf ein mögliches Verbot könne man sich also vorbereiten.