Eingerissene Wände, eingeschlagene Scheiben, zerstörte Möbel - ein Bild der Verwüstung. Geschätzte 30.000 Euro Schaden haben Unbekannte Mitte Mai im Vereinsheim des Türkischen Sportvereins Senden (Landkreis Neu-Ulm) angerichtet. Schwerer sei jedoch der Verlust auf "emotionaler Ebene", sagte Vereinsvorsitzender Salih Kostak am Freitag dem SWR.
Sportheim war "Herz" des Vereins
Salih Kostak bot sich ein schockierendes Bild, als er die Verwüstung des Sportheims am 21. Mai zum ersten Mal sah. Ein Schock, denn das Vereinsheim war "Herz" des Vereins: Zusammensitzen nach Spielen, gemeinsam WM-Spiele anschauen - so zumindest der Plan. Dafür sei das Vereinsheim kürzlich innen verschönert worden.
Wir können zwar den Sportbetrieb aufrechterhalten, ein Vereinsleben jedoch so nicht führen.
Nun gebe es keine Heimat mehr: "Wir können zwar den Sportbetrieb aufrechterhalten, ein Vereinsleben jedoch so nicht führen." Wann die Tat stattgefunden hat, sei unklar, so Kostak weiter. Zwischen dem 17. und 21. Mai - denn da war Trainingspause im Verein.
Es ist nicht der erste Fall von Vandalismus beim TSV Senden. Bereits der Verkaufskiosk am Fußballplatz des Vereins wurde immer wieder beschädigt, bis er schließlich abgerissen wurde. Hinweise auf die Täter gab es laut Kostak keine.
Vereinssperre wegen Gewaltvorfällen
Eigentlich wollte der TSV Senden nach seiner Vereinssperre neu durchstarten, sagte Kostak dem SWR. Der Verein hatte immer wieder Probleme wegen Unsportlichkeiten. Aufgrund von Gewaltvorfällen bei Spielen wurde der Verein gesperrt, betroffene Spieler mussten den Verein laut Kostak verlassen.
Zur neuen Saison hat der Verein eine neue Herrenmannschaft für die Kreisliga B angemeldet. "Wir wollen nur noch mit sportlichen Schlagzeilen von uns reden machen - hoffentlich mit positiven", erklärt Salih Kostak sein Ziel.
Polizei bittet um Hinweise
Er habe keinen Verdacht zu den Tätern. Und möchte auch nicht Gerüchten Glauben schenken, dass aufgrund der Vorfälle andere Vereine oder gar eigene Mitglieder dahinter stecken. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise.
Verein hofft auf Hilfe von der Stadt Senden
Nun droht der Abriss des Vereinsheims. Nach der Verwüstung hofft der Türkische Sportverein Senden auf Hilfe von der Stadt. Da das Vereinsheim auf städtischem Grund steht, ist Ende Juni ein Termin mit Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf vorgesehen.