Die öffentliche Toilette im Stadthaus in Freudenstadt ist renoviert worden und wieder benutzbar. Unbekannte hatten sie an Weihnachten komplett zerstört, so die Stadt. Die Reparatur hat 3.000 Euro gekostet. Die Toilette im Stadthaus sei erst vor vier Jahren für rund 50.000 Euro komplett saniert worden.
Es war eine böse Überraschung für Freudenstadt. Reinigungskräfte hatten die verwüstete Toiletten-Anlage am 27. Dezember entdeckt. Waschbecken, Seifenspender und Toilettenpapier-Halter wurden heruntergerissen, Scherben eines Spiegels lagen auf dem Boden, und auch der Mülleimer wurde kaputtgemacht. Wer dort randaliert hat, ist unklar.
Es ist unglaublich, mit welch brachialer Gewalt der oder die Täter vorgegangen sind.
Freudenstadts Bürgermeister Wolfgang Fahrner (CDU) und OB Adrian Sonder (CDU) waren schockiert. "Das lässt einen sprachlos zurück", so Sonder nachdem der Fall bekannt wurde. "Wir werden Optionen prüfen, wie wir mit Sachbeschädigungen an öffentlichen Einrichtungen umgehen". Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, waren in den zurückliegenden Jahren mehrfach öffentliche Toiletten im Stadtgebiet absichtlich zerstört worden, zum Beispiel am Bahnhof.
Adrenalin und Protest: Was sind Gründe für die sinnlose Beschädigung?
Laut dem Tübinger Kriminologen Jörg Kinzig werden solche Straftaten überproportional häufig von Jugendlichen begangen. Womöglich seien Randalierer auf Risikosuche und hätten eine niedrige Selbstkontrolle, so Kinzig. Zusätzliche Faktoren seien ungünstige Freundes-Cliquen oder der mediale Konsum von Gewalt. Manche jungen Menschen fühlen sich von der Gesellschaft aber auch ausgeschlossen und zurückgewiesen und randalieren aus Protest, so Kinzig am Donnerstag auf Anfrage des SWR.
Die Täter sehen sich nicht als zur Gesellschaft zugehörig.
Um Vandalismus zu begrenzen, setzen einige Kommunen inzwischen auf Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen. Kriminologe Jörg Kinzig hat einen anderen Vorschlag: "Eine gute Sozialpolitik ist in der Regel die beste Kriminalpolitik".