Bei einer Veranstaltung am Mittwochabend, die sowohl in einem Raum der Volkshochschule in Ulm (vh) vor Publikum stattfand, als auch ins Internet übertragen wurde, hat es einen Hackerangriff gegeben. Die vh will ihre Übertragungen jetzt besser schützen.
Volkshochschule Ulm bricht Veranstaltung ab
Während die Teilnehmenden über "Bodenschutz bei Photovoltaikanlagen auf unversiegelter Fläche" diskutierten, tauchten bei der Videokonferenz pornographische und rechtsradikale Inhalte auf. 15 Interessierte vor Ort und 39 an den Bildschirmen mussten auf einmal Ausschnitte aus Pornovideos ansehen und rechtsradikale Parolen im Chat lesen.
Die Volkshochschule brach die Veranstaltung schließlich ab. Die Verantwortlichen sind noch auf Spurensuche. Noch ist nicht klar, ob die vh Ulm Anzeige erstattet. Geprüft wird auch, wie solche hybriden Veranstaltungen besser geschützt werden können.
Vorfall bei Gemeinderatssitzung im Juli
Einen ähnlichen Vorfall hatte es im Juli dieses Jahres in Bodman-Ludwigshafen bei einer Gemeinderatssitzung gegeben, die online übertragen wurde. Dort hatten Unbekannte Pornofilme und Hakenkreuze eingespielt. Daraufhin hatte der Staatsschutz ermittelt.
"Wir werden in Kontakt treten mit der Gemeinde in Bodman-Ludwigshafen", kündigt der Leiter der vh Ulm, Christoph Hantel, am Freitag in einem SWR-Interview an. Außerdem soll die Übertragung von Veranstaltungen im Internet durch einen digitalen Warteraum besser geschützt werden. Bislang konnten Interessierte direkt und ohne vorherige Prüfung in das jeweilige Meeting eintreten.