Zu trocken und zu heiß in BW

Hohe Waldbrand-Gefahr: Warum die Wälder immer wieder brennen und was das Feuer begünstigt

Hitze, trockene Böden und Nadelbaum-Monokulturen lassen das Waldbrandrisiko steigen. Besonders Kiefernwälder sind gefährdet - der Mensch bleibt Hauptverursacher.

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Stand

Von Autor/in Jakob Sax

Seit Wochen werden aus Europa immer neue Waldbrände gemeldet. Am zurückliegenden Wochenende wütete ein besonders großer Brand in Belgien nahe der deutschen Grenze, seit Freitag wurden dort rund 3.000 Hektar Wald zerstört. In Baden-Württemberg brennt es bei Schramberg (Kreis Rottweil) auf einer Fläche von etwa 14 Fußballfeldern. Die Frage rückt in den Fokus: Was begünstigt Waldbrände, welche Wälder brennen besonders schnell - und wodurch entstehen die Feuer?

Waldbrände: Trockene Böden und Klimawandel ermöglichen Feuer

Eine große Gefahr sind trockene Böden und ausgedörrte Vegetation. Solche Bedingungen treten im Sommer mit Dürren infolge des Klimawandels immer häufiger auf. Liegen im Wald zusätzlich viel Streu, also kleine Äste, Laub, abgestorbene Gräser oder Nadeln beschleunigen den Brand rasant, so das Umweltbundesamt (UBA). So kann selbst bei mittlerer meteorologischer Waldbrandgefahr ein Feuer entstehen, gibt das UBA an.

Besonders viele Brände entstehen laut UBA auf sandigen Böden. Sie trocknen schnell aus, speichern kein Wasser - die Vegetation wird anfällig für Feuer. Damit steigt nicht nur das ökologische Risiko, sondern auch das wirtschaftliche: Waldflächen sind Produktionsfaktoren, ihre Zerstörung trifft Forstbetriebe und regionale Wertschöpfungsketten.

Gefährdete Nadelwälder: Kiefern als Risiko-Hotspot

Neben dem Klima spielt der Waldbestand eine zentrale Rolle. Besonders jüngere und lichte Nadelwälder mit dichtem Unterwuchs und üppiger Bodenvegetation können leicht Feuer fangen. Blickt man auf die vergangenen zehn Jahre, waren Nadelwälder häufiger von Waldbränden betroffen, vor allem reine Kiefernwälder.

Diese Monokulturen gelten als problematisch: Sie sind licht, am Stamm liegen meist viele brennbare Nadeln, und der Boden ist häufig sandig und trocken. Die Kombination aus schnell entzündlicher Streu und durchlässigem, wenig wasserhaltendem Untergrund macht Kiefernwälder zu einem Waldbrand-Hotspot.

Besonders viele Kiefern wachsen im Südwesten entlang des Oberrheins, im Raum Karlsruhe/Bruchsal und in den Pfälzer Rheinauen. Deutschlandweit waren im Jahr 2022 nahezu 22 Prozent der Bäume Kiefern. Für Forstbetriebe bedeutet das: Ein erheblicher Teil der Baumbestände steht auf Flächen mit erhöhtem Waldbrandrisiko - mit Folgen für Versicherungskosten, Bewirtschaftung und Holzmarkt.

Weg von Monokulturen: Mischwälder als Prävention

Eine zentrale Maßnahme, um Waldbrände bereits vor ihrer Entstehung zu verhindern, ist die Umgestaltung reiner Nadelbaumwälder. Ziel ist es, aus diesen Monokulturen mehrschichtige Mischwälder zu machen. Dazu werden gezielt verschiedene Baumarten gepflanzt, die sich in Höhe, Durchmesser und Alter unterscheiden.

Solche Mischwälder gelten als weniger anfällig für großflächige Brände: Unterschiedliche Wurzelsysteme stabilisieren den Wasserhaushalt im Boden, der Schatten reduziert Austrocknung, und die Vielfalt der Biomasse kann die Ausbreitung von Feuer verlangsamen. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch: Stabilere Wälder sichern langfristig Holzvorräte und reduzieren das Risiko plötzlicher Ernteausfälle durch Brand.

Ursache für Waldbrände: Hauptsächlich der Mensch

Entscheidend ist jedoch die Frage nach den Auslösern. Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist der Mensch die Hauptursache für Waldbrände - durch fahrlässiges und unachtsames Handeln. Im vergangenen Jahr entstanden so 46 Prozent der Waldbrände. Dazu zählen etwa achtlos weggeworfene Zigaretten, nicht vollständig gelöschte Lagerfeuer oder Funkenflug bei Arbeiten im Wald.

Natürliche Ursachen spielen eine deutlich geringere Rolle. Blitzeinschläge sind nur für 2,2 Prozent der Waldbrände im Jahr 2025 verantwortlich. In weiteren über 40 Prozent der Fälle konnte die Ursache nicht geklärt werden. Für Politik und Forstwirtschaft bedeutet das: Ein großer Teil des Risikos ließe sich durch konsequente Aufklärung, strengere Kontrollen und angepasste Nutzungskonzepte reduzieren.

Waldbrände sind also kein rein natürliches Phänomen, sondern Ergebnis einer Mischung aus Klimawandel, wirtschaftlich geprägter Waldstruktur und menschlichem Verhalten. Wer Wälder und die damit verbundenen ökonomischen Werte schützen will, muss an allen drei Stellschrauben drehen.

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Jakob Sax
Multimedialer Autor Jakob Sax
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Andreas Reinhardt
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