Nach den schweißtreibenden Hitzetagen steigt in Baden-Württemberg landesweit die Waldbrandgefahr - obwohl die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) eher zurückgehen werden. Bis Samstag soll der fünfstufige Waldbrandgefahrenindex regional bis auf wenige Ausnahmen auf Stufe 4 steigen. Mit dieser Stufe ist die Gefahr hoch, dass ein Waldbrand entsteht.
Im Land erfassen 60 Stationen Daten wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind. Diese Informationen nutzt der DWD, um die Waldbrandgefahrenstufen zu berechnen.
Vor allem der Südosten gefährdet
"Die Forstbehörden und Feuerwehren sind in Alarmbereitschaft, arbeiten eng zusammen und können im Ernstfall schnell reagieren", so ein Sprecher des Forstministeriums zur aktuellen Lage. Besonders betroffen sei der Südosten des Landes, bis hinauf in die Region von Stuttgart. Dort herrscht die zweithöchste Gefahrenstufe 4, also eine hohe Gefahr für Waldbrände. Im Westen ist die Gefahr für Waldbrände regional unterschiedlich zwischen Stufe 3 - mittlerer Gefahr - und Stufe 4.
Waldbrandgefahr im Westen des Landes
Rheinstetten (Kreis Karlsruhe) und Müllheim (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) sowie die Regionen um Freiburg, Neubulach-Oberhaugstett (Kreis Calw) und Mühlacker (Enzkreis) erreichen Stufe 4. Für den Neckar-Odenwald-Kreis, die Regionen um Eppingen-Elsenz (Kreis Heilbronn) und Pforzheim-Ispringen (Enzkreis) gilt durchgehend Stufe 3. In Regionen um Renningen (Kreis Böblingen), Freudenstadt und Baden-Baden variiert die Gefahrenlage zwischen Stufe 3 und 4.
Trockene Luft verschärft die Lage
Nach Angaben des DWD wird es in den nächsten Tagen zwar etwas kühler. Entscheidend ist aber nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit. "Aber es kommt eine trockene Luftmasse rein", sagte DWD-Meteorologe Thomas Schuster. Dadurch werde dem Boden weiter Feuchtigkeit entzogen, obwohl die Werte auf dem Thermometer nicht mehr rekordverdächtig sein müssten.
Die Sonne und die teils hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage haben die Situation bereits verschärft. Trockenheit und Hitze allein lösen aber noch keinen Waldbrand aus. Sie schaffen aber die Bedingungen, unter denen ein Feuer sich schnell ausbreiten kann. Deshalb rufen Behörden Ausflügler und Grillende zu besonderer Vorsicht auf.
Waldbrand an Steilhang in Stuttgart
Bereits Ende April waren rund 6.500 Quadratmeter Wald bei Stuttgart in Brand geraten. Da der Brand an einem steilen Hang war, sei die Löschung herausfordernd gewesen, berichtete die Polizei. Deshalb waren die Einsatzkräfte auch mit Leitern und speziellen Löschrucksäcken im Einsatz. Trotz der besonderen Ausgangssituation konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Die Brandursache konnte allerdings nicht aufgeklärt werden.
Freiburg: Waldbrandgefahr mit Folgen für Ausflügler?
In einigen Kommunen könnte die aktuelle Entwicklung auch Folgen für die Wochenendausflüge vieler Menschen haben. Ob Kommunen angesichts der steigenden Gefahr Grillplätze in Wäldern sperren, ist noch offen. In Freiburg gelten bereits strengere Regeln: Im Stadtwald ist an offiziellen Grillstellen nur Grillkohle erlaubt, Holzfeuer sind aufgrund der Brandgefahr verboten, wie die Stadt mitteilte. Zudem ist das Grillen und Feuermachen in Grün- und Parkanlagen komplett untersagt.
Nicht rauchen, nicht grillen, keine Fahrzeuge abstellen
Von März bis Ende Oktober gilt laut Landeswaldgesetz ein Rauchverbot im Wald, um Brände durch glimmende Zigarettenstummel zu verhindern. Auch offene Feuer sind verboten sowohl im Wald als auch bis 100 Meter vom Waldrand entfernt. Schon die Hitze eines Einweggrills oder ein heißer Katalysator eines abgestellten Fahrzeugs könnten einen Waldbrand entfachen, warnte das Forstministerium.