Live-Ticker zum Nachlesen: Zug im Kreis Biberach entgleist

Erster Waggon des verunglückten Zuges vom Gleis gehoben, Zuginsasse liegt auf Intensivstation, Verstopfter Schacht hat wohl Hangrutsch ausgelöst

Bei Riedlingen (Kreis Biberach) ist am Sonntagabend eine Regionalbahn entgleist. Drei Menschen kamen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Alle Informationen gibt es hier im Live-Ticker.

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Stand

Schönen Abend!

Damit beenden wir unseren Live-Ticker rund um das Zugunglück in Riedlingen. Morgen halten wir euch auf SWRAktuell.de/bw und in der SWR Aktuell App weiter auf dem Laufenden. Mehr News aus Baden-Württemberg gibt es außerdem morgen früh ab 6 Uhr in unserem Newsticker am Morgen bis 10 Uhr.

Das SWR Extra zum Zugunglück bei Riedlingen

Um 20:15 Uhr sendete der SWR im Fernsehen ein SWR Extra zum Zugunglück bei Riedlingen (Kreis Biberach). Die ganze Sendung gibt es hier noch einmal zum Anschauen:

Ulmer Notärztin berichtet vom Einsatz am Unglücksort

Mit ihrem Team gehörte Alice Eiserbeck vom Universitätklinikum Ulm zu den Ersten, die am Unglücksort eintrafen. Dem SWR berichtet die Notärztin von herausfordernden Bedingungen, aber auch von einem besonderen Zusammenhalt der Rettungskräfte.

Fahrgast berichtet über seine Erlebnisse bei Zugunglück

Joscha Loibl aus Ludwigsburg saß am Sonntagabend in dem Unglückszug, der bei Riedlingen im Kreis Biberach entgleiste. Er wurde bei dem Unfall leicht verletzt. Wie er das Unglück erlebte und wie sich die Reisenden gegenseitig halfen, hat er dem SWR berichtet:

Riedlingen

"Diesel lief mir über das Gesicht" Zug bei Riedlingen entgleist: Wie ein Fahrgast das Unglück erlebt hat

Joscha Loibl hat das Zugunglück vom Sonntagabend bei Riedlingen (Kreis Biberach) leicht verletzt überlebt. Er ist einer von 36 Verletzten und berichtet unter anderem von der großen Hilfsbereitschaft unter den Fahrgästen.

SWR Extra: Zugunglück bei Riedlingen SWR

Die aktuellen Entwicklungen bei Riedlingen

Die Bergungsarbeiten bei Riedlingen (Kreis Biberach) laufen weiter. Um die entgleisten Waggons von den Gleisen zu heben, wurde ein Spezialkran angeliefert. Tieflader sollen die entgleisten Zugteile nun abtransportieren. Dazu wurden Bäume gefällt, um über die Straße zur Unfallstelle zu gelangen.

SWR-Bahnexperte: Bahn stellt sich auf Zunahme von Unwettern ein

Unser SWR-Bahnexperte Frieder Kümmerer hat in der SWR Aktuell-Sendung um 19:30 Uhr eingeordnet, wie die Bahn in Zukunft für Unwetterlagen gewappnet ist. Angesichts der Folgen des Klimawandels arbeite das Unternehmen bereits an Konzepten, um seine Strecken besser vor solchen Wetterlagen zu schützen. Auch technische Lösungen, um den Zustand der Gleise besser einzuordnen, werden gefordert:

Erster Waggon aus Gleisbett gehoben

Die Bergungsarbeiten nach dem Zugunglück bei Riedlingen gestalten sich nach wie vor schwierig. Inzwischen ist es aber gelungen, einen ersten Waggon aus dem Gleisbett zu heben. Auch Teile des Triebwagens konnten inzwischen auf die Seite geschafft werden. Wie unser SWR-Reporter Peter Köpple berichtet, sollen die Bergungsarbeiten heute noch bis 22 Uhr dauern. Bis dahin wolle man noch einen weiteren Zugteil aus dem Gleis heben - derzeit warte man auf einen Tieflader, der die Waggons abtransportieren kann.

SWR-Reporter: Bergung kommt nur langsam voran

Der Spezialkran kommt bei der Bergung des verunglückten Zuges nur ganz langsam voran - das hat unser Reporter Gerald Pinkenburg kurz nach 18 Uhr live in der TV-Sendung von SWR Aktuell berichtet.

Notfallseelsorge hilft vor Ort - und will Sicherheit und Orientierung geben

Bei dem schweren Zugunglück im Kreis Biberach sind mit den Rettungskräften auch 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ökumenischen Notfallseelsorge an den Unfallort gekommen. Wichtig für ihre Arbeit seien vor allem viel Zeit, Empathie und die Weitergabe aktueller Informationen, sagte der katholische Diakon Thomas Lerner von der ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Biberach laut einer Mitteilung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. "Wir nehmen die betroffenen Menschen mit ihren Sorgen und Gefühlen in solchen Krisen- und Notfallsituationen sehr ernst." Auf Augenhöhe versuchten die Mitarbeiter, Sicherheit und Orientierung zu geben. Ein Gespräch könne je nach persönlicher Situation und Betroffenheit von einigen Minuten bis mehrere Stunden dauern. Meist seien die Gespräche unmittelbar nach solchen Ereignissen eher kurz. In der Regel stünden der Informationsbedarf und die Frage nach dem Wohlergehen von Angehörigen im Vordergrund.

Zusammenfassung des Zugunglücks im Video

Unsere Kollegin Sabine Steinfurth hat die Ereignisse von Riedlingen im TV zusammengefasst:

Lebensgefährlich verletzte Person auch im Alb-Donau Klinikum

Neben der Uniklinik Tübingen behandelt auch das Alb-Donau Klinikum in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) eine lebensgefährlich verletzte Person auf der Intensivstation. Das teilte eine Kliniksprecherin mit. In Ehingen liege außerdem noch ein weiterer schwer verletzter Mensch, der dort ebenfalls operiert wurde. Das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm nahm 14 Patientinnen und Patienten auf. Davon seien 13 leicht und eine Person als mittelschwer verletzt einzustufen, sagte ein Sprecher.

Zuginsasse liegt lebensgefährlich verletzt auf Intensivstation

Bei dem Zugunglück von Riedlingen sind drei Menschen ums Leben gekommen und mindestens 41 Menschen verletzt worden - einige schwer. Die Uniklinik Tübingen hat eben mitgeteilt, dass eine schwerverletzte Person, die bei ihnen behandelt wird, auf der Intensivstation liege. Die Person sei lebensgefährlich verletzt. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, wurde nicht mitgeteilt. Rund 100 Menschen waren in dem Regionalzug, der auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm bei Riedlingen entgleiste. Laut Polizei ist ein Hangrutsch nach Starkregen vermutlich die Ursache des Zugunglücks.

Bergung mit Spezialkran hat begonnen

Nach dem Zugunglück mit drei Toten bei Riedlingen im Kreis Biberach haben die Bergungsarbeiten begonnen. Mit Hilfe eines Spezialkrans sollen die entgleisten Waggons von der Unfallstelle entfernt werden. Danach wollen Expertinnen und Experten die Strecke auf Schäden prüfen. Bis mindestens morgen Vormittag werden die Arbeiten dauern, so ein Bahn-Sprecher.

Bergungskran nimmt nach dem Zugunglück bei Riedlingen die Arbeit auf
Nach dem schweren Zugunglück von Riedlingen beginnen am Montag die Bergungsarbeiten. Ein Spezialkran ist im Einsatz.

Bischöfe trauern um Opfer des Zugunglücks

Der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Krämer, ruft zum Gebet für die Opfer des Zugunglücks von Riedlingen auf. "Wir alle sind tief erschüttert von dem tragischen Zugunglück. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Todesopfern und deren Angehörigen." Sein besonderer Dank gelte den Unfall- und Notfallseelsorgern. Der evangelische Landesbischof von Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl, erklärte am Montagmittag in Stuttgart, er bete für alle Betroffenen und bitte Gott um Beistand. Am Sonntagabend ist ein Regionalexpress aus zwei Triebwagen auf der Fahrt von Sigmaringen nach Ulm entgleist. Drei Menschen kamen ums Leben, mindestens 41 Personen wurden verletzt.

SWR-Bahnexperte Kümmerer: Keine allgemeinen Absicherungsmechanismen für solche Zugstrecken

SWR-Bahnexperte Frieder Kümmerer hat im SWR Extra vom Mittag die Gegebenheiten vor Ort eingeordnet und betont, es gebe auf solchen Strecken keine allgemeinen Absicherungsmechanismen - die richteten sich immer nach den jeweiligen Verhältnissen. Zur Unfallursache hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Morgen mitgeteilt, ein Abwasserschacht sei vermutlich durch Starkregen übergelaufen. Das Wasser habe dann einen Erdrutsch an der Böschung der Strecke ausgelöst und wohl die Entgleisung verursacht.

Bergung des verunglückten Zuges beginnt

Die Bahn hat bekannt gegeben, dass aktuell die Bergung des entgleisten Zuges mit Hilfe des Spezialkrans beginne. Die ermittelnden Behörden hätten die Strecke für die Bergung freigegeben. Diese soll voraussichtlich bis morgen Vormittag dauern. Anschließend werde ein Expertenteam die Strecke nach genauen Schäden untersuchen. Wie lange die Strecke noch gesperrt sei, könne man verlässlich erst danach sagen.

SWR-Wetterexpertin: Ungewöhnlich viel Regen über Riedlingen niedergegangen

SWR-Wetterexpertin Laura Di Salvo sagte heute im SWR Extra, seit Donnerstag seien mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter über Riedlingen niedergegangen - ungewöhnlich viel im Vergleich zum üblichen Monatsdurchschnitt. Auch in den kommenden Tagen sei mit Schauern zu rechnen, allerdings nicht mehr mit solch massiven Regenmassen. Das Zugunglück bei Riedlingen ist nach aktuellen Erkenntnissen durch einen Erdrutsch verursacht worden, der durch Starkregen entstand.

Sana Klinikum Biberach versorgt sieben Verletzte

Das Sana Klinikum Biberach hat mitgeteilt, dass man sieben Verletzte medizinisch versorge, darunter mehrere Schwerverletzte. Auch dank des schnellen Einsatzes von über 250 Mitarbeitenden habe man eine effiziente Notfallversorgung sicherstellen können.

Bahn: Bergekran ist an Unglücksstelle eingetroffen

Bahn und Bundespolizei haben bekannt gegeben, dass der Bergekran inzwischen eingetroffen ist - er nehme demnächst die Arbeit auf. Die Bergung des Zuges werde aber bis morgen dauern und die Polizei dann auch in den Waggons weiter ermitteln. Der Fahrdatenschreiber müsse noch geborgen werden.

SWR Extra vom Mittag zum Nachschauen

Bei Riedlingen (Kreis Biberach) ist am Sonntagabend eine Regionalbahn entgleist. Drei Menschen kamen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. In unserem SWR Extra haben wir unter anderem mit SWR-Bahnexperte Frieder Kümmerer, SWR-Meteorologin Laura Di Salvo und Hans-Jürgen Hirschle von der Notfallseelsorge Biberach gesprochen.

Verwirrung um Fahrdatenschreiber

In Moment herrscht Unklarheit, ob der Fahrdatenschreiber des verunglückten Zuges geborgen ist oder nicht. Die Deutsche Presse-Agentur hatte am Mittag mit Verweis auf den Ulmer Polizeipräsidenten Josef Veser berichtet, der Schreiber sei geborgen worden. Inzwischen erklärte jedoch Polizeisprecher Sven Vrancken, dass dies noch nicht geschehen sei. Außerdem verzögere sich die Abfahrt des Bergezugs.

Fahrdatenschreiber aus Zugwrack geborgen

Inzwischen haben die Ermittler den Fahrdatenschreiber aus dem Zug geborgen. Dieser müsse nun ausgewertet werden, sagte Ulms Polizeipräsident Josef Veser vor Ort. Fahrdatenschreiber bei der Bahn zeichnen in der Regel Daten beispielsweise von Triebwagen auf - wie etwa die Geschwindigkeit.

Was ist passiert?

Am Mittag nach dem schweren Zugunglück steht die genaue Ursache noch nicht fest. Die Polizei nimmt aber an, dass der Unfall in Zusammenhang mit einem Unwetter in der Region steht. Bei Starkregen sei ein Abwasserschacht übergelaufen. Das Wasser habe wohl einen Erdrutsch an einer Böschung ausgelöst, über den der Zug gefahren sei. Einige Meter weiter sei er dann entgleist. Hinweise auf Fremdeinwirkung gibt es laut Polizei nicht.

Bei dem Unglück kamen nach Angaben der Ermittler eine 70-jährige Reisende, der Lokführer (32) und ein Auszubildender (36) ums Leben. Mindestens 41 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Wie viele sich noch in einem kritischen Zustand befinden, ist unklar.

Nach Angaben der Bundespolizei befanden sich in dem Regionalexpress rund 100 Menschen. Mindestens zwei Waggons entgleisten, Bäume stürzten um. Die Bahnstrecke ist bis auf Weiteres gesperrt. Die Deutsche Bahn hat einen Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Politiker und Bahnchef an der Unglücksstelle bei Riedlingen

Am Unfallort haben Vertreter von Politik und der Deutschen Bahn am Vormittag der drei Toten und mehr als 40 Verletzten gedacht. Bahnchef Richard Lutz und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dankten zudem den Rettungskräften für ihren Einsatz unter schwierigen Bedingungen.

Lucha dankt für Zusammenhalt und Solidarität

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hat den Angehörigen und Opfern des Zugunglücks am Montag sein Beileid ausgesprochen. In einer Mitteilung heißt es: "In solchen Momenten zeigt sich, wie wichtig Zusammenhalt und Solidarität in einer Gesellschaft sind." Außerdem dankte Lucha den Helferinnen und Helfern von Feuerwehr, Polizei, THW und Rettungsdiensten sowie den Ärztinnen und Ärzten, Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern und allen Mitarbeitenden in den Krankenhäusern der Region. "Sie haben die ganze Nacht hindurch unermüdlich dafür gesorgt, dass die Verletzten bestmöglich medizinisch versorgt werden. Ihr Engagement, Ihre Professionalität und Ihr Mitgefühl sind in dieser schweren Stunde von unschätzbarem Wert."

"Chaos von vorne bis hinten"

Stefan Rademacher vom Technischen Hilfswerk berichtet im SWR, wie er die Rettungsarbeiten gestern Abend erlebt hat. Er berichtet von einer unübersichtlichen Lage und von großer Betroffenheit:

EVG: Auszubildender unter den Toten

Bei dem Zugunglück ist nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ein Auszubildender ums Leben gekommen. Auch der Lokführer und ein Fahrgast starben. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien, Freundinnen und Freunden der Verstorbenen", erklärte der EVG-Vorsitzende Martin Burkert. "Wir trauern um die beiden Kollegen, die ihr Leben im Dienst verloren haben."

Schwere Arbeit für Einsatzkräfte und Helfer

Nach dem Zugunfall am Sonntagabend mussten Rettungskräfte die drei Toten bergen und zahlreiche Menschen vor Ort versorgen. Viele wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. In den Trümmern der verkeilten Waggons suchten Helferinnen und Helfer bis spät in die Nacht nach weiteren Opfern. Die Feuerwehr Ulm berichtet auf Facebook vom Einsatz ihrer Rettungshundestaffel: "Für unsere Hunde war das Gelände voller Scherben, abgerissenem Metall und extrem rutschigen, schrägen Oberflächen und immer wieder Feuerwehrleitern als einzigem Zugang eine Herausforderung, die sie jedoch hervorragend meisterten."

Einsatz #16/2025 führte unsere Trümmerhunde am Sonntagabend zur Unterstützung von RHS DRK KV Biberach e.V., ASB...Posted by Feuerwehr Ulm - Rettungshundestaffel on Sunday, July 27, 2025

Beileidsbekundungen mehren sich

In den sozialen Medien äußern sich am Tag nach dem schweren Zugunglück mit drei Toten immer mehr Menschen und drücken ihr Beileid aus. Zugreisende, die mit der Strecke vertraut sind, schildern ihre Gedanken und wünschen den Hinterbliebenen sowie den Verletzten viel Kraft und eine schnelle Genesung. Auch der VfB Stuttgart kondoliert und dankt den Einsatzkräften.

Spurensicherung der Kripo an der Unglücksstelle

Auch die Spurensicherung der Kriminalpolizei soll den Unfallort heute genauer in Augenschein nehmen. Ein Polizeisprecher sagte vor Ort, seine Kollegen würden das Schadensbild untersuchen, um den exakten Hergang des Unglücks herauszufinden. Unklar ist noch, ob der Fahrtenschreiber schon aus dem Regionalexpress geborgen wurde. Erste Ermittlungen der Polizei haben ergeben, dass Starkregen im Bereich von Riedlingen (Kreis Biberach) zunächst einen Abwasserschacht zum Überlaufen gebracht hatte. Dem Polizeisprecher zufolge löste das viele Wasser dann wohl einen Hangrutsch direkt an der Bahnstrecke aus. Matsch und Geröll seien auf die Gleise gerutscht, der Regionalexpress daraufhin darüber gefahren und einige Meter später entgleist, sagte der Polizeisprecher.