Angeschlagene Kette

Galeria nennt Risiko-Liste: Diese Warenhäuser in BW und RLP könnten bald schließen

Die Warenhauskette Galeria prüft ihr Filialnetz. Neun Standorte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stehen deshalb auf der Kippe. Welche Städte sind betroffen?

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Mehrere Kaufhäuser der Kette Galeria könnten bald schließen. Bundesweit prüft das Unternehmen 33 Filialen auf ihre Rentabilität. Betroffen sind auch Standorte im Südwesten, darunter fünf in Baden-Württemberg und vier in Rheinland-Pfalz. Galeria möchte mit den Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Wenn keine tragfähigen Lösungen erarbeitet werden können, sei die Fortführung der jeweiligen Filialen gefährdet, so das Unternehmen. Bei einigen Häusern laufen die Gespräche bereits, bei anderen sollen sie jetzt beginnen.

Diese Galeria-Standorte in BW und RLP sind gefährdet

Aus Baden-Württemberg sind die Standorte in Heilbronn, Mannheim, Offenburg, Singen und in Freiburg am Europaplatz auf der Liste. Aus Rheinland-Pfalz stehen Bad Kreuznach, Koblenz, Mainz und Speyer auf dem Prüfstand. Kriterien für die Auswahl waren laut Galeria unter anderem die Mietbelastung und Ertragskraft. "Wir werden jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten", sagte Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Wann die Entscheidungen fallen, ließ eine Sprecherin offen.

Zu hohe Mieten, zu große Verkaufsfläche

Die Filiale in Freiburg am Europaplatz sei zwar wirtschaftlich stark, die Miete sei aber zu hoch, teilt Galeria mit. Deshalb soll nun mit den Vermietern verhandelt werden. "Wir wollen am Europaplatz langfristig präsent sein, und wir sind zuversichtlich, gemeinsam mit dem Vermieter eine tragfähige Lösung zu finden", so der Vertriebschef der Warenhauskette Philipp Kretzer. Der Geschäftsführer der Filiale, Andre Tworowski, bleibt deshalb positiv. Auch die Mitarbeiter hätten die Nachricht gut aufgenommen.

In Offenburg müsse die Filiale strukturell neu aufgestellt werden, heißt es von Galeria. Die aktuelle Verkaufsfläche sei zu groß, so sei die Filiale nicht mehr zu halten. Außerdem teilt Galeria mit, dass der wachsende Leerstand im direkten Umfeld um die Filiale in Offenburg die Situation erschwere. Die Kundenfrequenz habe dadurch nachgelassen. Auch mit der Stadt Offenburg will Galeria deshalb ins Gespräch kommen.

Auch die Filiale Mannheim steht laut Galeria vor der Herausforderung, dass die aktuelle Flächengröße und die vertraglichen Rahmenbedingungen nicht mehr zu den Marktbedingungen vor Ort passen. "Wir wollen den Standort Mannheim in die Zukunft führen. Dafür müssen wir das Haus auf eine neue, wirtschaftlich gesunde Basis stellen. Ein kompakteres Flächenkonzept und marktkonforme Konditionen sind dafür die Voraussetzung", so Kretzer.

Gespräche mit Vermietern und mögliche Umzüge

Alle Warenhäuser müssten nachhaltig profitabel wirtschaften, teilte das Unternehmen mit. Da alle Filialen diesbezüglich Optimierungspotenzial hätten, sollen auch an den übrigen 50 Standorten Gespräche mit den Vermietern geführt werden. Parallel prüft Galeria auch den Umzug in andere Immobilien und Neueröffnungen. Schon im Juni war bekannt geworden, dass rund 30 der noch 83 bestehenden Filialen als gefährdet gelten.

Warenhauskette arbeitet an Neuaufstellung

Galeria hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. 

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