Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat 2025 deutlich weniger Gewinn gemacht. Wie der Konzern aus Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) am Donnerstag mitteilte, sank das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro. Vor allem die US-Zölle belasteten das Geschäft.
Das größte Werk von Daimler Truck steht im rheinland-pfälzischen Wörth, der Lkw-Hersteller hat in Deutschland außerdem Standorte in Mannheim, Gaggenau, Stuttgart-Untertürkheim, Neu-Ulm und Kassel.
Schlechtere Geschäfte wegen US-Zöllen und Weltlage
Vor allem auf dem für Daimler Truck wichtigen nordamerikanischen Markt verkaufte der Hersteller deutlich weniger Lkw. Wegen der höheren US-Zölle und weil die Wirtschaftslage insgesamt unsicherer geworden ist, zögern Unternehmen, in neue Fahrzeuge zu investieren. Das bekam Daimler Truck im vergangenen Jahr deutlich zu spüren. Allerdings habe sich in den letzten drei Monaten des Jahres eine Erholung beim Auftragseingang abgezeichnet, heißt es.
Der Absatz des Segments Mercedes-Benz Trucks, der Marke für Europa, den Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika, lag im Jahr 2025 mit 159.900 Fahrzeugen auf dem Niveau des Vorjahres. In Europa wurde eine leichter Absatzanstieg um fünf Prozent verzeichnet. Das hat nach Angaben von Andreas Bachhofer, Standortleiter des Mercedes-Benz Werks Wörth, zu einer etwas höheren Auslastung dort gesorgt. Der Anteil der verkauften emissionsfreien Fahrzeuge sei im Jahr 2025 auf 6.700 Einheiten deutlich angestiegen - um mehr als die Hälfte.
Das ist auch für uns im Werk Wörth ein wichtiges Signal
Gute Geschäfte mit Militär-Lkw
Dank der starken Auftragslage erwartet Daimler Truck bis 2028 im Bereich Verteidigung einen Umsatz von einer Milliarde Euro. Im vergangenen Jahr konnte sich der Konzern nach eigenen Angaben bedeutende Aufträge sichern, unter anderem soll er 7.000 Militär-Lkw für die französische Armee liefern.
Sparprogramm wird umgesetzt
Gut voran kommt Daimler Truck nach eigener Einschätzung auch mit seinem Sparprogramm: Bis 2030 will das Unternehmen in Europa mehr als eine Milliarde Euro einsparen. 2025 konnten den Angaben zufolge mehr als 100 Millionen Euro eingespart werden, 2026 sollen es mehr als 250 Millionen werden.
Das Programm sieht auch Stellenstreichungen vor, in Deutschland sollen etwa 5.000 Jobs wegfallen. Details dazu, welcher Standort wie stark betroffen ist, dazu wurde heute nicht gesagt. Auch wie viele Stellen bisher schon eingespart wurden und wie viele Mitarbeitenden sich möglicherweise intern nach einer neuen Beschäftigung innerhalb des Konzerns umschauen müssen, dazu wollten die Verantwortlichen nichts sagen. Betriebsbedingte Kündigungen, darauf haben sich Daimler Truck und die Arbeitnehmervertreter geeinigt, sind jedenfalls bis Ende 2034 ausgeschlossen.