Beim Ludwigshafener Chemiekonzern BASF gibt es nach Unternehmensangaben derzeit keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Produktion. Das Unternehmen teilte dem SWR auf Anfrage mit, man beobachte die steigenden Öl- und Gaspreise aufmerksam und bewerte "mögliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit laufend neu."
Der Konzern beschäftigt im Nahen Osten rund 200 Mitarbeitende, "die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat oberste Priorität." Die Beschäftigten in der Region würden über die aktuelle Sicherheitslage informiert und seien angewiesen, Sicherheits- und Reisehinweise strikt zu befolgen.
Iran-Krieg So reagieren Unternehmen in RLP auf die Eskalation im Nahen Osten
Nach der Eskalation im Nahen Osten treffen Unternehmen mit Standorten in der Region Vorkehrungen für ihre Mitarbeitenden vor Ort. Das machen Unternehmen aus RLP.
Daimler Truck in Wörth: Situation wird beobachtet
Beim Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck mit seinem großen Lkw-Montagewerk in Wörth sind noch keine Folgen erkennbar. Das Unternehmen teilte auf SWR-Anfrage mit, dass die Situation genau beobachtet werde und man auf eine baldige Deeskalation hoffe. Bislang gebe es keine Auswirkungen auf Produktion oder Logistikprozesse.
Auch direkte Geschäftsbeziehungen zum Iran bestehen nicht mehr. Die Aktivitäten dort wurden laut Daimler Truck bereits 2018 eingestellt, aktuell gebe es keine Geschäftsbeziehungen, Lieferungen oder Lizenzfertigungen.
KSB in Frankenthal: Einschränkungen im Luftfrachtverkehr spürbar
Beim Pumpenhersteller KSB in Frankenthal hingegen zeigen sich nach Unternehmensangaben erste indirekte Auswirkungen durch leichte Einschränkungen im Luftfrachtverkehr. Das könnte sich auf die Lieferketten auswirken. Einschränkungen seien bei der Belieferung der Kunden aber nicht zu spüren, trotz Umwegen über andere Flughäfen. Wie sich der Konflikt weiterentwickelt und welche Folgen sich daraus für das Geschäft ergeben könnten, lasse sich derzeit noch nicht sagen.
Das Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter im Mittleren Osten, verteilt auf Standorte in Dubai, Abu Dhabi und Saudi-Arabien. In Riad betreibt KSB zudem eine Fertigung mit etwa 250 Mitarbeitenden, die derzeit normal weiterläuft.
Alle Mitarbeitenden in der Region seien unversehrt und in Sicherheit, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig stehe die Unternehmensleitung in engem Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort, um mögliche Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen.
Handwerkskammer Pfalz: Sorge vor steigenden Kosten
Die Handwerkskammer der Pfalz blickt hingegen mit Sorge auf mögliche wirtschaftliche Folgen des Krieges auf die Region. Wenn die Kosten für Energie, Rohstoffe oder Transport dauerhaft steigen, könnten viele Betriebe gezwungen sein, ihre Preise anzupassen. Eine vergleichbare Situation habe es bereits während der Preissteigerungen in der Corona-Pandemie gegeben.
Wo Kostensteigerungen zukünftig besonders spürbar sein könnten
Besonders betroffen wären laut Handwerkskammer Pfalz Betriebe mit vielen Fahrzeugen, mit großen Baumaschinen oder besonders energieintensiver Produktion.
Zudem könnten steigende Kosten auch über Zulieferer und eingekaufte Materialien weitergegeben werden. Viele Unternehmen hätten dann kaum eine andere Möglichkeit, als diese Kosten - zumindest teilweise - an ihre Kunden weiterzugeben.