Daimler Truck verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Gewinneinbruch: Im Vergleich zum Vorjahr ist der um 80 Prozent gesunken, von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro. Das teilte der DAX-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) am Mittwoch mit.
Besonders angespannt war die Lage in Nordamerika. Hier verkaufte das Unternehmen ein Drittel weniger Fahrzeuge. Die Finanzvorständin des Unternehmens, Eva Scherer, spricht von einem "historisch schwachen Nachfrageumfeld" in Nordamerika im vergangenen Jahr. Das Segment sei weiterhin "einem Gegenwind durch Zölle ausgesetzt, deren volle Effekte im 1. Quartal erstmals zum Tragen kamen".
Auftragseingang bei Daimler Truck steigt
Die Vorstandsvorsitzende Karin Radstrom sieht den Konzern dennoch auf dem Weg der Erholung. Denn auch wenn das Unternehmen deutlich weniger verkaufte, konnte es viele neue Aufträge einsammeln. Die Zahl der Neuaufträge stieg auf Gesamtkonzernsicht um 50 Prozent - in Nordamerika allein sogar um 86 Prozent.
"Diese Dynamik dürfte sich in den kommenden Quartalen positiv auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken", sagte Radstrom. Parallel dazu stärke Daimler Truck seine Kostenbasis.
"Cost Down Europe": 5.000 Stellen in Deutschland sollen wegfallen
Im vergangenen Jahr hatte der Konzern sein Sparprogramm "Cost Down Europe" aufgelegt. Damit soll bis 2030 insgesamt eine Milliarde Euro eingespart werden. In Deutschland sollen ungefähr 5.000 Stellen wegfallen.
Gut ein Drittel der insgesamt 108.500 Mitarbeitenden von Daimler Truck ist in Deutschland beschäftigt. Am Leitwerk im südpfälzischen Wörth sind es gut 9.700 Beschäftigte.
Trotz schlechter Gesamtlage gute Zahlen für Werk in Wörth
Für das Mercedes-Benz Werk in Wörth lief es wohl allerdings trotz des Gewinneinbruchs beim Konzern gut. In Wörth wurden im ersten Quartal 34.500 Lkw verkauft. Das ist ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sagte der Standortverantwortliche Thomas Twork. Grund dafür sei vor allem die große Nachfrage in Europa gewesen. Dadurch sei das Werk in Wörth stark ausgelastet gewesen.
Gleichzeitig seien im ersten Quartal schon über 30 Prozent mehr Fahrzeuge bestellt worden als vor einem Jahr. Das stimme zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte, so Twork. Das Werk in Wörth ist das größte Lkw-Montagewerk von Daimler Truck.
Aussichten für die Zukunft: Wieder besser
Auch für Daimler Truck insgesamt zeichnet sich nach Unternehmensangaben ab, dass es wieder besser laufen wird. Auch wenn weniger verkauft wurde - im Vergleich zum Vorjahr gibt es bereits 50 Prozent mehr neue Aufträge.
Am Ausblick für das Gesamtjahr hält der Konzern fest. Der unterliege aber weiterhin den geopolitischen Entwicklungen, insbesondere der US-Handelspolitik. Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Lieferketten und Energiepreise seien derzeit nicht zuverlässig einschätzbar und im Ausblick daher nicht berücksichtigt, so das Unternehmen.