Sein Name: Lorenz Adlon, Gründer des nach ihm benannten Hotels. Ob Charlie Chaplin, Madonna oder Barack Obama - sie alle haben Meenzer Gastfreundschaft am Brandenburger Tor erlebt. Adlons Ururenkel Felix wirft einen Blick zurück in die Geschichte:
Das Hotel Adlon in Berlin Mitte wurde vor fast 120 Jahren gebaut - von einem Mainzer. Lorenz Adlon wuchs in relativ armen Verhältnissen in der Mainzer Steingasse auf. Das war damals eine ziemlich dreckige, kleine Gasse. Der Vater war Flickschuster, die Mutter Hebamme. Nach einer Tischlerlehre kommt der junge Lorenz mit Festzelt-Gastronomie schnell zu Geld. Als 37-Jähriger bringt er die Mainzer Gastfreundschaft nach Berlin.
Was er mitgebracht hat, was er immer dabei hatte, war halt eben dieser Zugang. Zum einen zu den Gästen und zum anderen zu den Menschen, mit denen er gearbeitet hat. Wenn man für Adlon arbeitete, hatte man einen guten Arbeitsplatz. Und diese Art, mit seinen Mitmenschen umzugehen, ich glaube, das hat ihn aus seiner Kindheit und Jugend her immer begleitet.
Kaiser Wilhelm II. unterstützt Adlons Hoteltraum
Sogar beim Kaiser kommt Adlons Gastfreundschaft gut an. Der Mainzer kann den Monarchen davon überzeugen, dass Berlin ein Hotel von Weltrang braucht. Und dieser lässt Adlon 1907 seinen Traum verwirklichen - mitten im Herzen der wachsenden Metropole.
Das Schöne hier, was man hier sieht, ist die Beziehung von Lorenz zu Holz. Er war ja Tischler. Und das merkt man auch wieder in diesem Haus, das sind alles Zitate. Diese Flucht mit diesen holzgetäfelten Gängen, das ist so wie es im alten Adlon, so waren im alten Adlon die Gänge zu den Zimmern.
Doch die Lage am Brandenburger Tor wird Lorenz Adlon zum Verhängnis. Jeden Morgen geht er vor sein Hotel und wartet auf den Kaiser. Nur der darf nämlich durch die Tor-Mitte reiten. Selbst nachdem der Kaiser nach dem Ersten Weltkrieg ins Exil gegangen ist, steht Lorenz trotzdem noch dort und wartet. Dort fahren jetzt allerdings Autos - zwei Mal hintereinander wird Lorenz Adlon von einem Wagen erfasst. Beim zweiten Mal stirbt er an seinen Verletzungen.
Abriss nach dem Zweiten Weltkrieg - Neubau nach der Wende
Den Krieg überlebte nur ein kleiner Teil des ursprünglichen Hotels. Und der wurde schließlich in der DDR abgerissen. 1997 kam dann der Neubau. Nicht ganz gleich, aber die Idee blieb dieselbe.
In diesem Haus ist so viel deutsche Geschichte passiert. Und irgendwie verbindet es sich ständig mit der Geschichte des Hauses. Der russische Zar, der hier eine Bombendrohung hatte, als er hier war, oder Michael Jackson, der sein Kind aus dem Fenster hier gehangen hat. Es ist einfach ein Ort, durch das Brandenburger Tor, durch den Pariser Platz, der ist irgendwie magisch.
Der Hotel-Traum des Mainzers Lorenz Adlon lebt weiter - mitten in Berlin.
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