Nach Erdbeben bei Worms

Experte: "Erdbeben kann man nicht vorhersagen"

Am Donnerstagabend hat ein leichteres Erdbeben die Menschen in Worms und dem Rhein-Neckar-Raum aufgeschreckt. Für Experte Andreas Tschauder nichts Ungewöhnliches in der Region.

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Stand

Von Autor/in Martin Heuser

Im Oberrheingraben, der als Erdbebenzone 1 (Geringe Erdbebengefährdung) klassifiziert ist, seien leichtere Erdbeben immer erwartbar, sagt Tschauder, der Direktor des Landesamtes für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz ist. Das Beben der Stärke 3,5 (Magnitude) mit Epizentrum bei Worms war auch in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg spürbar und hatte für zahlreiche Anrufe bei der Polizei gesorgt.

Dass das Beben von Worms dann doch überraschend kam, verwundert den Experten nicht: "Erdbeben kann man nicht vorhersagen."

"Vergleichsweise starkes Erdbeben"

"Für unsere regionalen Verhältnisse war dies ein vergleichsweise starkes Erdbeben", sagt Tschauder. Im internationalen Vergleich und nach fachlicher seismologischer Einordnung sei es "mit einer Magnitude von 3,5 jedoch ein mäßig starkes Erdbeben". Neben den häufigen leichten Beben seien in der Region auch stärkere möglich, so Tschauder.

Worms/Ludwigshafen

Auch Bürger in Heidelberg spürten Beben Schreck am frühen Abend: Erdbeben in Worms - spürbar bis Ludwigshafen und Mannheim

Es war deutlich spürbar: Am späten Donnerstagnachmittag hat sich in Rheinland-Pfalz ein Erdbeben ereignet. Das Epizentrum war Worms, die Stärke 3,4. Bis ins 26 Kilometer entfernte Mannheim waren die Erdstöße spürbar.

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Er erinnert an das Erdbeben von Roermond (Niederlande) im Jahr 1992 mit einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala. Das war in Nordrhein-Westfalen, Reinland-Pfalz und noch bis Berlin und München zu spüren. Damals kam es auch zu erheblichen Schäden an Gebäuden, unter anderem am Kölner Dom und dem Dom in Aachen.

Wer in der Region des Oberrheingrabens lebt, sollte grundsätzlich Schränke und Regale an der Wand fixieren.

Keine katastrophalen Beben zu erwarten

Schwere Erdbeben mit großen Zerstörungen wie zum Beispiel in Japan oder der Türkei, seien im Oberrheingraben aber nicht zu erwarten, beruhigt Tschauder. Dafür seien die unterirdischen Strukturen am Oberrhein "zu kleinteilig". Ursache für die Erschütterungen sind Spannungen aus der Kollision der afrikanischen mit der eurasischen Platte.

Tipps bei einem Beben: Ruhe bewahren und Möbel sichern

Beben wie das von Donnerstagabend seien deshalb kein Grund zur Panik, erläutert Tschauder. Wichtig sei vor allem, Ruhe zu bewahren. Und: "Wer in der Region des Oberrheingrabens lebt, sollte grundsätzlich Schränke und Regale an der Wand fixieren." Damit diese bei einem Beben nicht umstürzen und Menschen verletzen könnten.

Die Beben im Oberrheingraben haben nichts mit dem Klimawandel zu tun.

Und welche Rolle spielt der Klimawandel? Nach einer Studie des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) in Potsdam und der University of Southern California kann der Klimawandel insbesondere in Küstenregionen weltweit zu mehr Erdbeben führen. Dies liegt laut den Forschern am Anstieg des Meeresspiegels und extremen Wetterereignissen. Beides erhöhe den Druck auf die tektonischen Platten.

Hier kann Experte Tschauder beruhigen: "Die Beben im Oberrheingraben haben nichts mit dem Klimawandel zu tun."

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Autor/in
Martin Heuser
Martin Heuser ist Redakteur bei SWR Aktuell in Rheinland-Pfalz

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