"Es war furchtbar. Es war ganz, ganz schlimm." - "Dann war erst mal Schock. Der Magen hat sich zusammengezogen." Die Menschen im Wohnviertel rund um die Albert-Einstein-Allee in Limburgerhof sind immer noch fassungslos, wenn sie an den vergangenen Samstag denken. An den Tag, an dem über ihrem Ort im Rhein-Pfalz-Kreis eine Propellermaschine abgestürzt ist. Die beiden Piloten sind bei dem Unglück ums Leben gekommen.
Augenzeugin: "Habe Flugzeugteile fliegen sehen"
Johanna Hoffmann hat den Flugzeugabsturz mitangesehen. "Ich bin fast vom Stuhl gefallen, so eine Explosion war das", erzählt die Anwohnerin. "Und ich habe halt gesehen, wie die ganzen Teile fliegen. Man kann froh sein, dass es geregnet hat, dass nicht viele Leute im Garten waren oder auf der Straße." Direkt hinter ihrem Haus schlug der Motor ein - mehrere hundert Kilo schwer.
Flugzeugteile schlagen Löcher in Dächer
Glück hatte auch Sebastian Pellkofer: Er war nicht zu Hause, als eine Tragfläche ins Dach einschlug, direkt über seinem Schlafzimmer. "Das Loch ist direkt über dem Ehebett", beschreibt Pellkofer. "Da will man eigentlich gar nicht drüber nachdenken, wie es wäre, wenn man zu dem Zeitpunkt noch im Bett gelegen hätte." Wie durch ein Wunder wurde kein Anwohner von den herabstürzenden Trümmerteilen verletzt.
Zwei Männer sterben bei Absturz Nach tödlichem Flugzeugabsturz in Limburgerhof: Trümmerteile werden abgeholt
Beim Absturz eines Kleinflugzeugs im pfälzischen Limburgerhof sind zwei Menschen ums Leben gekommen, eine Person wurde leicht verletzt. Nun laufen die Ermittlungen.
84 Kleinflugzeuge sind 2025 abgestürzt
Warum zerriss es das Flugzeug über Limburgerhof? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Menschen vor Ort. "Zwar stürzen immer wieder kleinere Flugzeuge ab - etwa vergangenes Jahr in Worms oder in Fließem in der Eifel. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr in ganz Deutschland 84 Abstürze, bei denen zwölf Menschen starben. Die Wahrscheinlichkeit liegt Fachleuten zufolge bei 1 zu 10 Millionen.
Wetter zum Zeitpunkt des Unglücks schlecht
Am Samstag startete die Propellermaschine 45 Minuten vor dem Unglück in Aachen. Über Mutterstadt flog sie dann in rund 3.000 Metern Höhe. Zu diesem Zeitpunkt war das Wetter schlecht und es gab über Limburgerhof Schauer, erklärt Tim Gotsch vom ARD-Wetterkompetenzzentrum. "Und diese Schauer waren einhergehend mit hochreichenden Wolken, die auch bis auf Flugniveau reichten."
Trotzdem hält Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt das Wetter als Absturzgrund für unwahrscheinlich. Denn einer der beiden Piloten war Berufspilot. Bei sehr schlechten Bedingungen sei nicht zu erwarten, dass zwei erfahrene Piloten überhaupt in ein solches Gebiet fliegen. "Und das Zweite ist, dass Turbulenzen zum Versagen von Flugzeugstrukturen führen, ist auch gerade bei Flugzeugen dieser Kategorie, die doch sehr robust sind, auch nicht so ohne weiteres vorstellbar."
Suche nach der Unglücksursache Abgestürztes Flugzeug in Limburgerhof wohl nicht explodiert
Nach dem Flugzeugabsturz in Limburgerhof am Wochenende geht die Suche nach der Ursache weiter. Eine Explosion hält die Polizei für ausgeschlossen. Dafür gebe es keine Hinweise.
Polizei schließt Explosion als Absturzursache aus
Viele Anwohner hatten laute Knallgeräusche gehört. Eine Explosion schließt die Polizei nach den bisherigen Ermittlungen aber aus. Durch das Auseinanderbrechen der Maschine habe es "ein knallartiges Geräusch" gegeben, sagt Thorsten Mischler vom Polizeipräsidium Rheinpfalz. "Das haben die Leute dann interpretiert als explosionsartiges Geräusch."
Monatelange Ermittlungen zur Absturzursache erwartet
Alle eingesammelten Flugzeugteile werden nun zusammengesetzt. Es kann Monate dauern, bis die Absturzursache feststeht. Die Menschen in Limburgerhof hat das Unglück jedenfalls verunsichert.
"Ich bin sehr viel geflogen, aber ich steige in kein Flugzeug mehr ein", betont Johanna Hoffmann. Sebastian Pellkofer blickt häufiger in den Himmel also sonst und "guckt, ob da nicht doch wieder was runterkommen könnte. Auch wenn es irrational ist."