- Was bedeutet das Aschenkreuz?
- Wie feiern Protestanten Aschermittwoch?
- Woher kommt der Ausdruck "In Sack und Asche gehen"?
- Sollte am Aschermittwoch gefastet werden?
- Fasten nur Christen?
Was bedeutet das Aschenkreuz zu Beginn der Fastenzeit?
Symbol des Aschermittwochs ist das Aschenkreuz. Das lassen sich katholische Christen seit dem 11. Jahrhundert von einem Priester auf die Stirn zeichnen. Gewonnen wird die Asche durch das Verbrennen der gesegneten Palmzweige aus dem Vorjahr.
Asche gilt als Symbol für Vergänglichkeit, Trauer und Buße. Beim Spenden des Aschenkreuzes spricht der Priester die Worte: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst" oder "Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium." Die Zeichnung mit Asche soll eine Zeit der Umkehr einläuten - also genau das, worum es dann in der Fastenzeit geht.
Das Aschenkreuz steht aber nicht nur für den Beginn der Bußzeit, sondern auch für die Hoffnung der Christen auf Auferstehung. Diese Hoffnung findet dann Ausdruck im Osterfest, das am Ende der Fastenzeit steht.
Wie feiern Protestanten Aschermittwoch?
Die Zeichnung von Gläubigen mit einem Aschenkreuz ist unter Protestanten nicht verbreitet. Sie halten es schlichter: So schlägt das Evangelische Gottesdienstbuch vor, den Aschermittwoch mit einem Bußgottesdienst oder der Feier der Gemeindebeichte zu begehen.
Die sich an Aschermittwoch anschließende Fastenzeit wird jedoch auch unter Protestanten zunehmend beliebter. So beteiligen sich in der evangelischen Kirche viele Menschen an der Initiative "Sieben Wochen ohne". Ziel ist es, aus gewohnten Konsum- und Verhaltensweisen auszusteigen und neue Lebensziele zu finden.
Woher kommt der Ausdruck "In Sack und Asche gehen"?
Auch in der Redensart "In Sack und Asche gehen" spiegelt sich die Bedeutung von Asche als Symbol für Umkehr wider. Der Ausdruck geht auf das Buch Jona im Alten Testament zurück.
In diesem ruft der Prophet Jona die Einwohner von Ninive in Assyrien zur Umkehr und Buße auf. Der König ist von der Rede so begeistert, dass er seinen Königsmantel ablegt, einen Sack anzieht und sich in die Asche setzt. Seinem Volk befiehlt er, es ihm gleichzutun. Außerdem ruft er die Menschen zum Fasten auf.
Für Buße und Schuldeingeständnis steht auch der Ausdruck "Asche auf mein Haupt". Dieser stammt ebenfalls aus dem Alten Testament - genauer: aus dem Buch Samuel. Dort wird Davids Tochter Tamar von ihrem eigenen Bruder Amnon vergewaltigt. Doch anstatt ihren Bruder als Täter zu benennen, gibt sich Tamar selbst die Schuld an der Tat, zerreißt ihr Kleid und streut sich Asche auf ihr Haupt.
Sollte am Aschermittwoch gefastet werden?
Ja, zumindest sieht das die katholische Kirche so vor. Der Aschermittwoch ist neben dem Karfreitag der einzige Tag, der unter Katholiken als strenger Fastentag gilt. Das Kirchenrecht schreibt Enthaltsamkeit und Fasten vor.
Doch auch unter Protestanten hat sich vielerorts der Brauch erhalten, am Aschermittwoch auf Fleisch zu verzichten und stattdessen die Fastenspeise Fisch zu essen. Viele evangelische Kirchengemeinden veranstalten deshalb an diesem Tag ein traditionelles Heringsessen.
Zeit der Genügsamkeit für Muslime und Christen Ramadan und Fastenzeit: Das sind die Unterschiede
"Fasten" - Das haben sicher alle schon gehört. Der Ramadan im Islam und die Fastenzeit im Christentum spielen eine große Rolle. Was bedeuten sie und worin liegt der Unterschied?
Fasten nur Christen?
Nein. Fastenzeiten finden sich in vielen Religionen. Am bekanntesten ist in Deutschland neben der christlichen Fastenzeit der islamische Fastenmonat Ramadan. Auch das Judentum kennt Fastentage - etwa vor den Festen Purim und Pessach oder am höchsten Feiertag, dem Versöhnungstag Jom Kippur.
Am Ende der Winterzeit fasten viele Menschen aber auch aus weltlichen Gründen - zum Beispiel, weil sie sich nach ganzheitlichem Wohlbefinden sehnen. Viele schwärmen auch von einer geistigen Freiheit, die sie während des Verzichts auf Nahrung erfahren.