Feuerwerkskörper, Platzsturm, 85 Verletzte

FCK in Mannheim: Reaktionen nach Pokal-Krawallen

Verletzte und Festnahmen: Beim Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern eskaliert die Rivalität. Am Tag danach herrscht Betroffenheit bei den Verantwortlichen, auch beim FCK.

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Stand

In der ersten Runde des DFB-Pokals war es während des Spiels zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern zu Ausschreitungen gekommen. Zeitweise stand ein Abbruch der Partie im Raum - letztlich konnte aber zu Ende gespielt werden. Kaiserslautern gewann in der Verlängerung mit 1:0.

FCK würdigt Reaktion der Schiedsrichter

Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen fand deutliche Worte für die Geschehnisse. "Das ist ein Derby, da sind die Emotionen groß, so etwas darf aber nicht ausarten. Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball", sagte der Ex-Profi bei Sky. Für ihn waren das Einschreiten der Polizei und das umsichtige Agieren des Schiedsrichterteams entscheidend dafür, dass es nicht zum Spielabbruch kam.

Lieberknecht: "Das wollen wir alle nicht sehen."

Auf dem Platz sei es eines Derbys "sehr, sehr würdig" gewesen, fand Lautern-Trainer Torsten Lieberknecht. "Das, was drumherum war, das wollen wir alle nicht sehen. Das ist auch nicht nachvollziehbar. Rivalität ja. Dass es aber so endet, ist schade für den Fußball."

Innenminister Schwickert: Kriminelle Handlungen konsequent verfolgen

Der rheinland-pfälzische Innenminister Achim Schwickert (CDU) sagte dem SWR, der Sport sei völlig in den Hintergrund getreten. Wer mit Leuchtspurraketen auf Menschen in Stadien schieße, nehme billigend schwerste Verletzungen in Kauf. Es seien auch etwa 50 rheinland-pfälzische Polizeibeamte vor Ort gewesen. Von ihnen sei keiner verletzt worden.

Kriminelle Handlungen müssten konsequent verfolgt werden, sagte Schwickert weiter. Mit Blick auf künftige Spiele plädierte er für Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Fans, Fußballverbänden und Sicherheitsbehörden. Auf ein solches gemeinsames Vorgehen habe sich zuletzt auch die Innenministerkonferenz verständigt. Dies müsse noch konsequenter umgesetzt werden. Gegebenenfalls müssten die Sanktionen gegen gewalttätige Fans auch verschärft werden.

Fan-Lager seit den frühen 80ern verfeindet

Nach Angaben des Veranstalters hatten rund 23.500 Zuschauer das ausverkaufte Carl-Benz-Stadion in Mannheim am Freitagabend besucht, darunter etwa 3.500 Gästeanhänger. Die beiden Fan-Lager sind seit den frühen 1980er Jahren verfeindet und lieferten sich auch diesmal ein aufgeheiztes Duell auf den Rängen – inklusive Pyrotechnik, Feuerwerkskörpern und aufwendiger Choreographien.

Dass es aber so endet, ist schade für den Fußball.

Fans stürmen den Rasen

Nach torlosen 90 Minuten eskalierte die Situation, als nach einer Rudelbildung zwischen den Spielern auf dem Rasen einige FCK-Anhänger Feuerwerkskörper in den Sitzplatzbereich schossen. Daraufhin stürmten Mannheimer Fans den Platz. Einsatzkräfte der Polizei – manche von ihnen zu Pferd – mussten einschreiten, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei 35 Polizeibeamte leicht verletzt.

Insgesamt mussten 85 Menschen medizinisch versorgt werden. Sie seien durch Rauchgase und den Einsatz von Pfefferspray verletzt worden. Insgesamt waren rund 1.400 Sicherheitskräfte im Einsatz – darunter Beamte aus Rheinland-Pfalz und Bayern.

Zeitweise drohte ein Abbruch der Partie

Der Anpfiff zur Verlängerung musste infolge der Krawalle kurzzeitig verschoben werden, nach Wiederaufnahme des Spiels blieb es aber ruhig. Danach löschte die Feuerwehr einen von FCK-Anhängern im Gästefanblock gezündeten Brand. Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz.

Klubs droht ein Nachspiel

Auch beiden Klubs droht ein Nachspiel. "Wir werden das im Sonderbericht alles erfassen. Der wird entsprechend lang sein und dann ist es die Aufgabe des Spielausschusses oder des Sportgerichtes, da die Sanktionen zu finden", sagte Schiedsrichter Robert Schröder.

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