2020 ertastet Cosimo aus Koblenz im Alter von 27 Jahren bei sich plötzlich einen Knubbel, wo keiner hingehört. Weil es in seiner Familie bereits mehrere Krebserkrankungen gab, achtet er auf Vorsorge. Den Knubbel lässt er deswegen medizinisch abklären.
Durch Corona-Einschränkungen dauert es mehrere Monate bis zur endgültigen Diagnose: Hodenkrebs. "Dann wird so das ganze Leben von heute auf morgen einfach gestoppt", sagt Cosimo über die Zeit damals. Auf die Diagnose folgen OP und Chemotherapie, weil Metastasen auch einige Lymphknoten befallen haben. Der tumorbefallene Hoden wird entfernt, erzählt Cosimo. Gleichzeitig erhält er ein Silikonimplantat als Hodenersatz.
Ehrenamtliches Engagement nach Krebserkrankung
Heute ist der mittlerweile 32-Jährige genesen und setzt sich für Vorsorgeuntersuchungen bei jungen Männern ein. Außerdem engagiert er sich ehrenamtlich: Beim Verein "Pate" kümmert er sich zum Beispiel um eine Selbsthilfegruppe für Hodenkrebs-Patienten. "Am Anfang ist immer ganz viel Angst. Auch das Thema Männlichkeit spielt eine Rolle. Und die psychische Belastung einer Krebserkrankung", sagt Cosimo.
Hodenkrebs selten, aber junge Männer besonders gefährdet
Hodenkrebs gehört zwar zu den seltenen Krebserkrankungen - ist aber in Rheinland-Pfalz mit etwa 180 Fällen jährlich die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern zwischen 25 und 45 Jahren. Aber: Die Heilungschancen sind sehr hoch, besonders bei früher Erkennung durch regelmäßiges Selbstabtasten.