Hochwasser, Pandemie, Krieg in der Ukraine

Notvorrat und Dokumente: Innenminister Ebling fordert mehr persönliche Krisenvorbereitung

In Zeiten zahlreicher Bedrohungen müssen die Menschen auch selbst für ihr Überleben sorgen, sagt der rheinland-pfälzische Innenministers Michael Ebling (SPD).

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Der Krieg in der Ukraine, Wetterextreme, Pandemien. Innenminister Ebling findet, angesichts solcher Krisen müsse mehr über persönliche Krisenvorsorge geredet werden. "Ich finde es richtig, dass wir uns in unserem persönlichen Lebensumfeld zumindest vorsorglich mit Fragen beschäftigen wie: Was ist bei einem Stromausfall zu tun?", sagte der SPD-Politiker in Mainz. Vorsorge - sei es für Stromausfälle oder andere Krisenlagen - das fange bei Wasser- und Lebensmittelvorräten im Keller an, sagte Ebling.

Gesellschaft soll mehr über Gefahren reden

Wie schnell es manchmal gehen könne, habe die Flut im Ahrtal gezeigt. Es lohne sich also, vorab darüber nachzudenken, welches Dokument oder welches Werkzeug auf die Schnelle gefunden werden könne. "Dafür brauchen wir ein noch größeres Verständnis", mahnte Ebling. "Deswegen müssen wir auch über Gefahren reden." 

Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, für den Notfall vorzusorgen. Sei ein Notfall erst einmal eingetreten, sei es zu spät. Ratsam sei beispielsweise, sich mit der Hochwassergefahr im eigenen Wohnort auseinanderzusetzen. Fluchtwege, Treffpunkte und die eigene Erreichbarkeit sollten vorab besprochen werden, auch für den Fall, dass bei einer Katastrophe oder Notlage nicht alle Familienmitglieder zuhause sind.

Notvorrat und Dokumentenmappe anschaffen

Ein Notvorrat solle angeschafft werden, eine Dokumentenmappe sowie ein Notfallrucksack sollten zusammengestellt werden, erklärt die Bundesbehörde. Aber auch die gesamte Gesellschaft muss für den Notfall besser vorsorgen. Dafür brauche es Schritte an vielen Stellen, betonte Innenminister Ebling. Dazu zähle neben Aufrüstung und Einrichtungen für mehr Cybersicherheit auch, Kompetenzen in der Gefahrenabwehr stärker zu bündeln.

Hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht und auch der Staat könne in Situationen geraten, in denen ihm nicht viel Handlungsspielraum bleibe. Ebling berief sich auf den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck, der gesagt habe, dass ein solch allmächtiger Staat auch gar nicht wünschenswert sei, weil das ein ganz anderer Staat sei. "In einem im besten Sinne freiheitlichen Staat, in dem ich Rahmenbedingungen gesichert bekomme und mich selbstbestimmt verhalten kann, gehört dazu, dass der Staat seine Grenzen kennt", betonte Ebling.

Eigenvorsorge stärkt das ganze Land

Wenn Menschen für sich eine gewisse Vorsorge im Kleinen betrieben, mache dies das Land als Ganzes widerstandsfähiger, auch angesichts zunehmender Cyberattacken und zunehmender Versuche von gezielter Desinformation. Lange sei hierzulande Vorsorge im Privaten etwas belächelt worden, das habe sich geändert, wie die Landeskampagne "Bleib bereit" zeige. Diese gibt Tipps für die Notfallvorsorge und erklärt, wo in Krisen wichtige Informationen herzubekommen sind. Das Infomobil dazu sei inzwischen überbucht, sagte Ebling. "Das ist der gute Teil der Nachricht: Das Interesse nimmt zu."

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