Altersarmut in Rheinland-Pfalz

Jedem fünften Arbeitnehmer droht eine Rente unter der Armutsgrenze

In Rheinland-Pfalz verdienen viele Vollzeitbeschäftigte so wenig, dass ihre gesetzliche Rente später unter dem Existenzminimum liegen wird.

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Stand

21 Prozent der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten (etwa 199.000 Personen) verdienen in Rheinland-Pfalz unter der Gehaltsschwelle von 2.750 Euro brutto monatlich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Dietmar Bartsch hervor. Damit liegt eine erwartbare Rente mit ca. 1.231 Euro brutto unter dem Armutsniveau (1.378 Euro).

Rheinland-Pfalz im deutschen Mittelfeld

Damit liegt RLP zusammen mit dem Saarland leicht über dem Bundesdurchschnitt von 20,9 Prozent. Deutlich höher ist der Anteil in Mecklenburg-Vorpommern mit 36 Prozent, dem höchsten Wert bundesweit. Hamburg weist mit nur 15 Prozent den niedrigsten Anteil an Personen unter der 2.750 Euro Einkommensschwelle auf.

So viel Rente bekommt man in Rheinland-Pfalz

Linke: Rente ohne Altersarmut erfordert mehr Bruttogehalt

Laut der Linken ist ein Bruttolohn von mehr als 3.300 Euro monatlich notwendig, um nach einem langen Erwerbsleben eine gesetzliche Rente über der Armutsgefährdungsschwelle zu erreichen. Zusätzliche Altersvorsorgeformen wie Betriebsrenten oder private Vorsorge sind dabei nicht eingerechnet.

Kritik an diesen Modellrechnungen kam zuletzt vom Bundesarbeitsministerium: Sie seien zu "abstrakt", denn zum Beispiel werde ein über 45 Jahre nicht veränderter Lohn angenommen.

Wer gilt als gefährdet für Altersarmut?

Laut dem Statistischen Bundesamt gilt jeder, der mit weniger als 1.378 Euro Nettoeinkommen im Monat auskommen muss, als armutsgefährdet. Im bundesweiten Durchschnitt betrifft das derzeit 15,5 Prozent der Bevölkerung (rund 13,1 Millionen Menschen). Besonders stark betroffen sind Menschen im Ruhestand. Laut dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbands gelten 19 Prozent der Rentnerinnen und Rentner in Deutschland als armutsgefährdet.

Rheinland-Pfalz

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Autor/in
SWR