Bundeswehr prüft Gelände in Sembach

Ärger im Kreis Kaiserslautern: Warum ein Industriegebiet auf Eis liegt

Die Hoffnungen waren groß, dass nach Jahren endlich ein Industriegebiet im Kreis Kaiserslautern vermarktet werden kann. Doch daraus wird zumindest vorerst nichts. Der Grund: die Bundeswehr.

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Von Autor/in Sebastian Stollhof

Der Kaiserslauterer Landrat Ralf Leßmeister (CDU) macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: "Die aktuelle Entscheidung ist für den Landkreis Kaiserslautern ein herber Rückschlag", sagt der Landrat. Damit meint er den Gewerbepark Sembach. Ein ehemaliger US-Militärflugplatz.

Auf genau diesen setzen Kreis und Stadt Kaiserslautern große Hoffnungen - als künftiger Ort für Unternehmen. Denn für diese fehlt es an Flächen in der Region. "Der Gewerbepark Sembach ist unsere letzte größere zusammenhängende Industriefläche mit herausragender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Region", sagt Leßmeister.

Firmen haben Interesse an Fläche auf ehemaligem Flugplatz

Laut der Kaiserslauterer Kreisverwaltung gibt es auch Firmen, die sich dort ansiedeln möchten. Namen werden noch keine genannt - aus Gründen "der Vertraulichkeit und des Datenschutzes", heißt es. Eigentlich sollten die Flächen auch schon bebaut sein. Doch zunächst sorgten sogenannte per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) für Probleme - also Industriechemikalien. Nun sorgt die Bundeswehr für einen Stopp der Flächen-Vermarktung.

Denn das Bundesverteidigungsministerium prüft derzeit verschiedene Flächen für eine mögliche Nutzung der Bundeswehr. Darunter auch das rund 30 Hektar große Gelände in Sembach, wie ein Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) dem SWR mitteilt. Wie lange das dauert? Völlig offen. "Ein genauer Zeitpunkt für den Abschluss der Prüfungen kann derzeit nicht angegeben werden", so der Sprecher.

Interesse der Bundeswehr für Gelände bei Kaiserslautern hat Vorrang

Grundsätzlich verkaufe die Bundesanstalt keine Grundstücke, an denen ein Bedarf der Bundeswehr besteht. Eigentlich lief die Vorbereitung, um die Flächen zu vermarkten. Das sei nun gestoppt worden. Zur Enttäuschung des Kreises, aber auch der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn und der Ortsgemeinde Sembach, wie die Kreisverwaltung betont.

Denn alle befürchten, dass die Zeit davon läuft. "Angesichts der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist nicht davon auszugehen, dass sich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen kurzfristig deutlich verbessert. Umso wichtiger ist es, bestehendes Interesse an den Flächen zeitnah nutzen zu können", heißt es aus der Kreisverwaltung.

Landrat aus Kaiserslautern appelliert an den Bund

Der Landrat betont: "Ich appelliere an den Bund, die Entscheidung nochmals sorgfältig zu überprüfen und eine zeitnahe Vermarktung der Flächen zu ermöglichen. Ein Verlust dieses Standorts wäre für unseren Landkreis auf absehbare Zeit nicht zu ersetzen."

Ralf Leßmeister hat deswegen auch dem Verteidigungsministerium einen Brief geschrieben. Darin weist er auch darauf hin, dass im Gewerbepark Sembach bereits Bereiche von Unternehmen genutzt werden. "Dadurch ist das Gelände nicht mehr als zusammenhängende, ungenutzte Fläche verfügbar." Was wiederum bedeute, dass sich das Gelände nur "erheblich eingeschränkt" für eine größere militärische Nutzung eigne.

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Sebastian Stollhof
SWR-Reporter Sebastian Stollhof

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