Wer falsch parkt oder zu schnell fährt, kennt das: Knöllchen und Bußgeldbescheide können teuer werden. Ein Blick in die Westpfalz zeigt, wie unterschiedlich die Einnahmen aus Verkehrsverstößen ausfallen und warum Kaiserslautern deutlich vorne liegt.
Kaiserslautern: klar vorne bei Knöllchen und Tempoverstößen
Kaiserslautern nimmt von den abgefragten Kommunen am meisten Geld mit Verkehrsverstößen ein. 2025 waren es rund 2,935 Millionen Euro, im laufenden Jahr zeichnet sich ein ähnlicher Betrag ab, zur Hälfte durch falsches Parken, zur Hälfte durch Geschwindigkeitsüberschreitungen, auch Aktionen wie Blitzermarathon zahlen auf diese Einnahmen ein. Viele dieser Tempoverstöße werden an festen Blitzern erfasst, etwa in der Pariser Straße, an der Brücke Kleeblatt und in der Leipziger Straße. Nach Angaben der Stadtverwaltung hat Kaiserslautern im ersten Halbjahr 2026 rund 1,45 Millionen Euro aus Verkehrsverstößen eingenommen.
Pirmasens: hoher sechsstelliger Betrag durch Falschparker
Im Vergleich dazu liegt Pirmasens deutlich darunter, erzielt aber dennoch beachtliche Einnahmen. Die Stadtverwaltung meldet für 2025 rund 466.000 Euro, 2024 waren es etwa 472.500 Euro; im ersten Halbjahr 2026 bereits rund 221.000 Euro. Anders als in Kaiserslautern geht es hier ausschließlich um falsches Parken, etwa ohne Parkscheibe oder Parkschein, vor allem in stark genutzten Straßen wie Lemberger Straße, Zeppelinstraße und Bahnhofstraße. Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße werden in Pirmasens hingegen allein von der Polizei kontrolliert.
Zweibrücken: niedriger sechsstelliger Bereich
Noch geringer sind die Einnahmen in Zweibrücken, was auch zur Größenstruktur der Stadt passt. Aus dem Rathaus heißt es, dass 2025 rund 113.420 Euro zusammenkamen, bis Ende Juli 2026 gut 65.000 Euro. Auch hier stehen klassische Parkverstöße im Mittelpunkt: etwa im eingeschränkten oder absoluten Halteverbot, ohne Parkschein oder auf dem Gehweg. Viele Fälle betreffen Parkplätze rund um Heilig-Kreuz-Kirche, Karlskirche und das Landgestüt sowie Straßen in der Innenstadt. Eigene Geschwindigkeitsmessungen der Stadt gibt es nicht; auch in Zweibrücken ist dafür die Polizei zuständig.
Donnersbergkreis und Landkreis Kaiserslautern: keine eigenen Bußgelder
Ganz anders ist die Situation auf Kreisebene. Der Donnersbergkreis teilt mit, dass er selbst keine Bußgelder für Verkehrsverstöße erhebt; zuständig sind die Verbandsgemeinden und die Zentrale Bußgeldstelle in Speyer. Ähnlich ist es im Landkreis Kaiserslautern: Nach Angaben der Kreisverwaltung führt der Landkreis keine eigenen Bußgeldverfahren im fließenden oder ruhenden Verkehr durch, sondern verweist auf die kreisangehörigen Städte und Verbandsgemeinden sowie, je nach Verstoß, auf Polizei und Land.