Über Otterberg kreiste am Donnerstag immer wieder ein Polizeihubschrauber. Das bis in die Nacht hinein. Zeitweise war auch eine Straße zwischen Otterberg und Schneckenhausen gesperrt. Der Grund: Ein 22-jähriger Tatverdächtiger wurde gesucht - und wird weiterhin gesucht. Er steht im Verdacht, in der Nacht zum Donnerstag eine Zehnjährige mit einem Messer in Schallodenbach schwer verletzt zu haben.
"Das ist schon schlimm", sagte am Freitag ein Mann in Otterberg dem SWR. Eine Frau sagte: "Ich denke, die Leute sind ängstlich und auch vorsichtig. Ich habe auch alles zugemacht, als ich nach Hause kam, und mehr als sonst meine Fenster verdunkelt." Die Polizei hatte am Freitagmorgen mitgeteilt, dass sie nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen nicht mehr von einer Gefahr für andere Personen ausgeht. Allerdings betonte sie auch: "Bleibt wachsam!"
Menschen in Otterberg hoffen, dass 22-Jähriger gefunden wird
Die Menschen in Otterberg hoffen, dass der 22-Jährige bald gefunden wird. Eine weitere Frau sprach von einer "gewissen Unsicherheit, aber Angst habe ich nicht". "Man fühlt sich unwohl. Es ist unangenehm", fügte eine junge Frau an. Ihre Familie wolle wissen, wo sie sich befindet. "Weil sie sich Sorgen machen, dass etwas passieren könnte."
Versuchtes Tötungsdelikt im Kreis Kaiserslautern Messerangriff in Schallodenbach: Wollte Tatverdächtiger Missbrauch vertuschen?
Nach dem Messerangriff in Schallodenbach gibt es Erkenntnisse zum Motiv des Mannes. Er soll versucht haben, einen Kindesmissbrauch zu vertuschen.
"Für die Kinder ist die Vorstellung, dass ein teilweise gleichaltriges Mädchen angegriffen wurde, ganz, ganz schlimm", erzählte eine Frau. Harald Westrich (SPD), der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, kann all diese Gefühlslagen verstehen. "Gestern gab es sehr viele besorgte Eltern von unseren Grundschulkindern", sagte Westrich dem SWR - und fügte hinzu: "Die Eltern hatten in der Grundschule angerufen und gefragt, ob Gefahren für die Kinder bestehen."
Fake-Anruf bei einer Grundschule im Kreis Kaiserslautern
Die Aufregung sei groß gewesen. Auch bei vielen weiteren Bürgerinnen und Bürgern habe es Bedenken gegeben. An der Grundschule in Otterberg habe es auch einen Fake-Anruf gegeben, dass die Schülerinnen und Schüler alle abgeholt werden müssten. Westrich hatte vor seiner Zeit als Bürgermeister selbst bei der Polizei gearbeitet. "Ich weiß deswegen, wie solche Maßnahmen ablaufen und hatte keine größeren Bedenken."
Er selbst sei als Bürgermeister auch nicht in den aktuellen Stand der Suche beziehungsweise Ermittlungen eingebunden. "Das ist eine rein polizeiliche Lage." Die Tat mache ihn betroffen: "Es ist immer erschreckend, wenn ein zehnjähriges Kind davon betroffen ist. Wenn man selbst Kinder hat, wie ich, dann tut das einem im Herzen weh. Aber leider ist die Welt so."