Marc Muchow (CDU) ist erleichtert. "Es ist ein riesiger Glücksfall, dass alle zusammengekommen sind", sagt der Stadtbürgermeister von Kirchheimbolanden. Denn die mehr als 280 Jahre alte Paulskirche sei ein bedeutender Baustein eines barocken Zentrums der Stadt im Donnersbergkreis.
Doch um die Zukunft dieses Bausteins hatten so einige in der Vergangenheit große Sorgen. Der Grund: An der Kirche nagt der Zahn der Zeit. Dringend müsste was gemacht werden - und das längst nicht nur an der historischen Orgel, an der einst schon Mozart im Jahr 1778 spielte.
Eine Stiftung soll die Zukunft der barocken Kirche retten
Gottesdienste fanden zuletzt nur noch zu besonderen Anlässen in der Kirche statt. Um das Gebäude zu unterhalten, geschweige denn für eine Sanierung fehlt der evangelischen Kirchengemeinde das Geld. Nach mehr als einjähriger Suche wurde nun aber eine Lösung gefunden - und die heißt Stiftung.
Möglich macht das vor allen Dingen der Kirchheimbolander Unternehmer Bernd Hofmann zusammen mit seiner Frau Dorothee. Die Paulskirche ist für beide eine Herzensangelegenheit. Sie wollen mit einem "erheblichen" Betrag dafür sorgen, dass das barocke Gebäude eine Zukunft hat.
Sanierung der Paulskirche am Donnersberg kostet viel Geld
Klar ist: Für diese Zukunft muss einiges investiert werden. Alleine die Kosten für die Sanierung der historischen Orgel, die einst vom bekannten Brüderpaar Stumm gebaut wurde, liegt deutlich im sechsstelligen Bereich, erzählt Stadtbürgermeister Muchow.
Damit die Paulskirche in Zukunft nicht nur saniert wird, sondern auch vielfältig genutzt werden kann, wollen neben Dorothee und Bernd Hofmann auch die Stadt und die Kirchengemeinde ihre Kräfte bündeln. "Ziel ist es, hier eine langfristige Lösung zu bekommen", sagt Muchow. So bringe die Kirchengemeinde das Gebäude in die Stiftung ein, die Stadt werde unter anderem mit einer Tochtergesellschaft die Paulskirche pachten und die Nutzung koordinieren, beziehungsweise sich um die Vermietung kümmern. Weitere Bürgerinnen und Bürger sollen die Stiftung in Zukunft unterstützen können.
In Zukunft auch Tagungen oder Sport in Kirche denkbar
In der Paulskirche sollen zukünftig nicht nur Gottesdienste und Konzerte stattfinden, sondern auch verschiedene weitere Veranstaltungen. Muchow und ein Team, das in den letzten Monaten an dem Konzept der Stiftung gearbeitet hat, können sich unter anderem Tagungen, Sitzungen von Vereinen, vielleicht aber auch sportliche Nutzungen wie Gymnastikstunden in der Kirche vorstellen. Also nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens. "Das soll jetzt alles im Detail erarbeitet werden. Wir werden so eine Lösung für die nächsten Jahrzehnte haben", sagt der Stadtbürgermeister.
Historisches Ensemble mit Kirche und einem barocken Terrassengarten
Noch müsse die Landeskirche dem Konzept mit einer Stiftung zustimmen. Klar sei, dass eine Nutzung zum Gebäude passen müsse. Auch Hochzeiten mit einem anschließenden Empfang im benachbarten barocken Terrassengarten seien denkbar. Überhaupt sieht Muchow dieses ganze barocke Ensemble als ein wichtiges kulturelles Erbe der Stadt, wie er sagt.
Das betont auch der Donnersberger Landrat Rainer Guth (parteilos), der Teil des Teams ist, das sich um die Rettung der Paulskirche bemüht: "Die Paulskirche hat eine überregionale Bedeutung. Ich bin froh, dass uns hier ein großer Wurf gelungen ist." Für Guth ist dies ein "Leuchtturm"-Projekt: "Es zeigt, was möglich ist, wenn alle zusammenstehen - Kirche, Stadt, Denkmalschutz und Berater. Dann kann etwas Großes entstehen."