Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein - so beschreibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Sommer 2026. Auch in der Westpfalz haben viele Menschen geschwitzt. Klingt eigentlich nach guten Vorzeichen für ein starkes Geschäft der Restaurants, Kneipen und Bars, wo es viele Getränke gibt. Doch ein Rekordsommer für die Gastronomie war es nicht. Wir haben mit Gastronomen in der Region gesprochen.
Kreis Kusel
Stadt und Kreis Kaiserslautern
Donnersbergkreis
Kreis Südwestpfalz, Pirmasens und Zweibrücken
Gastronom im Kreis Kusel hadert mit dem Sommer
Stefan Klinck vom Waldhotel Felschbachhof in Ulmet (Kreis Kusel) bewertet den Sommer 2026 für seinen Betrieb als durchwachsen. "Es war für viele Besucher zu heiß. Selbst am Abend saßen die Besucher lieber im Innenbereich", berichtet Klinck. An den Nachmittagen sei weniger los gewesen als sonst. Speziell in den Sommerferien hätten die Besucher gefehlt. "Erst mit den kühleren Temperaturen vor rund drei Wochen ist es wieder besser geworden", sagt der Dehoga-Vorsitzende aus dem Kreis Kusel. Der Dehoga ist der Verband für die Gastronomie und Hotellerie.
Veranstaltungen in Kaiserslautern sorgen für mehr Gäste
Dass an den Nachmittagen teils weniger los war, hat auch Alf Schulz vom Bremerhof in Kaiserslautern beobachtet. Der Dehoga-Vorsitzende für Stadt und Kreis Kaiserslautern zeigt sich aber insgesamt zufrieden mit dem Sommergeschäft und sieht auch ein paar Gewinner: "Für die Biergärten war es ein gutes Geschäft. Auch die Gastronomen in der Innenstadt haben durch die Veranstaltungen zu 750 Jahre Kaiserslautern profitiert." Bei den Getränken seien vor allem alkoholfreie Getränke wie Mineralwasser konsumiert worden, so Schulz.
Alkoholfreie Getränke gehen im Donnersbergkreis besser
Alkoholfreie Getränke gingen auch bei Alexander Wurster vom Parkhotel Schillerhain in Kirchheimbolanden gut. "Dafür wurde weniger Alkohol getrunken. Das haben wir vor allem bei den Weinen gemerkt und auch bei den Cocktails", sagt der Dehoga-Vorsitzende für den Donnersbergkreis. Durch die hohen Temperaturen sei auch weniger gegessen worden. Dennoch beschreibt Wurster das Sommergeschäft des Schillerhains als besser als im Vorjahr. Er begründet das mit den vielen Tagen, an denen die Gäste auf der Terrasse sitzen konnten.
Gastronomie im Kreis Südwestpfalz setzt auf Terrassen
Im Großen und Ganzen zeigte sich auch Eric Kunz vom gleichnamigen Hotel-Restaurant in Pirmasens zufrieden. Die Gäste kamen, allerdings hatte eine Gruppe mit dem Wetter besonders zu kämpfen. "Gerade ältere Gäste haben an den extrem, heißen Tagen abgesagt", sagt der Dehoga-Vorsitzende für den Kreisverband Südwestpfalz, dem auch die Städte Pirmasens und Zweibrücken angehören. Diese Gäste hätten dann eher in den klimatisierten Räumen Platz gesucht. Kunz meint aber, dass die Restaurants und Kneipen mit Terrasse in der Südwestpfalz insgesamt profitiert hätten.