Auch wenn man die Balkonpflanzen noch so oft gießt: Sie leiden immens in der Hitze. Denn die Balkonkästen hängen meist den ganzen Tag ungeschützt in der Sonne und haben nur wenig Platz für Erde. Die Folge: Die Erde trocknet schnell aus, die Kästen heizen sich stark auf und die Wurzeln überhitzen. Außerdem kommen viele klassische Balkonblumen mit Temperaturen über 40 Grad schlicht nicht mehr klar. Was tun?
Hitzeresistente Balkonpflanzen wählen
Balkonkästen vor Hitze schützen
Zu viel Sonne: Balkonpflanzen freuen sich über Schatten
Balkonkästen richtig gießen
Mulchen hält die Erde länger feucht
Geranien brauchen bei Hitze mehr Pflege
Hitzeresistente Balkonpflanzen wählen
Da sind zum einen hitzeresistente Pflanzen gefragt. Die Faustregel für die Auswahl ist einfach: Je dicker die Blätter, desto besser sind die Pflanzen gegen Hitze gewappnet. Denn in den dicken Blättern lagern sie ihr Wasser ein. Heike Boomgaarden empfiehlt deshalb diese Pflanzen für den Balkonkasten:
- Portulakröschen
- Verbenen
- Wandelröschen
- Fette Henne
- Mauerpfeffer
Auch Kräuter sind perfekte Partner für den Sommerbalkon. Hitzetolerante Arten wie Thymian, Oregano und afrikanisches Strauchbasilikum fühlen sich in sonnigen Balkonkästen sehr wohl. Wer zusätzlich Duft und Urlaubsstimmung möchte, pflanzt Lavendel dazu.
Balkonkästen vor Hitze schützen
Auch der Balkonkasten selbst kann für Hitzestress sorgen. Viele Modelle sind schwarz, grau oder dunkelbraun. Dunkle Farben heizen sich in der Sonne stark auf und bringen die Erde zusätzlich auf Temperatur.
Besser sind hellere Kästen. Weiß oder hellgrau reflektieren mehr Sonnenlicht, die Erde bleibt kühler, die Wurzeln geraten weniger unter Stress.
Zu viel Sonne: Balkonpflanzen freuen sich über Schatten
Im Schatten geht es den Balkonkästen mitsamt ihren Pflanzen natürlich immer ein bisschen besser. Ein Sonnensegel oder Sonnenschirm nimmt direkte Einstrahlung vom Kasten. Ein leichtes, luftiges Tuch über den Pflanzen kann zur Mittagszeit schützen. Größere Kübel mit kleinen Bäumchen auf dem Balkon spenden natürlichen Schatten. So entsteht ein Mikroklima, in dem die Pflanzen besser durch den Tag kommen.
Balkonkästen richtig gießen
SWR4 Garten-Expertin Heike Boomgaarden rät, die Pflanzen in den Kästen nicht abends, sondern immer morgens zu gießen. So haben sie den Tag über in der Sonne genug Wasser. Doch wie viel Gießen ist vertretbar? Zusätzliches Gießen am Abend ist möglich, aber nicht zwingend notwendig.
Außerdem sollte man immer sehr langsam gießen. Denn wenn die Erde komplett trocken ist, kann sie schlecht Wasser aufnehmen. Das Wasser fließt dann daneben. Deshalb immer das Wasser langsam in den Blumenkasten laufen lassen, eine Pause machen, zum nächsten Kasten gehen, wieder einen Schluck gießen und dann wieder vorne beim ersten Kasten beginnen.
Mulchen hält die Erde länger feucht
Wenn man die Erde im Balkonkasten mulcht, also mit Kompost oder Häcksel oder Rindenmulch abdeckt, ist die darunterliegende Erde nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt und bleibt ein bisschen länger feucht. Auch eine dünne Schicht Kies oder getrockneter Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit länger im Kasten. Auch der Garten freut sich übrigens bei Hitze über Mulch.
Geranien brauchen bei Hitze mehr Pflege
Die klassische Balkonpflanze bleibt die Geranie. Doch selbst ihr wird es zunehmend zu heiß. Viele Balkonbesitzer beobachten braune oder fast schwarze Blütenblätter. Heike Boomgaarden stellt klar: Das sind keine Verbrennungen im eigentlichen Sinne, sondern die Sonne hat die Farbstoffe aus den Blütenblättern "herausgebrannt".
Wer seine Geranien liebt, muss sie im Sommer intensiver pflegen. Dazu gehören:
- hitzetolerantere Sorten wählen
- morgens und abends täglich gießen
- verblühte Blütenstände frühzeitig abknipsen
Das Entfernen der alten Blüten gibt der Geranie mehr Kraft für neue Blüten – und der Balkonkasten bleibt länger ansehnlich.