Umweltfreundliche Blumenerde

So machen Sie Balkon und Garten hübsch - und schützen das Klima

Endlich wieder ins Beet oder an die Balkonkästen! Viele Menschen zieht es raus zum Gärtnern. Wie Sie dabei nebenbei etwas für das Klima tun können - mit der richtigen Blumenerde.

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Von Autor/in Katha Jansen

Wer möglichst klimafreundlich gärtnern will, kann einfach auf Torf verzichten. Das tun schon viele Menschen, es sollen aber noch mehr werden - dafür wirbt eine bundesweite Aktion. Wir erklären, wie das geht und wie es dem Klima hilft.

Torf in vielen Mischungen von Blumenerde enthalten

Ein Sack Blumenerde kann bis zu 90 Prozent aus Torf bestehen, denn das Material hat prinzipiell einige Vorteile: Torf ist leicht, speichert gut Wasser, liefert eine schöne Struktur - er hält also Pflanze und Wurzeln an ihrem Platz und ist nährstoffarm.

Torf ist außerdem sauer - er kann also den PH-Wert im Boden senken, was zum Beispiel für Rhododendren oder Hortensien wichtig ist. Aber Torf kann auch zu Staunässe und bei längeren Trockenphasen zu Wasseraufnahmeproblemen führen. Und: Er hat ein echtes Klimaproblem.

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Was Torf so klimaschädlich macht

Torf wird aus Mooren gewonnen - und das ist ein Problem. Solange Torf nass im Moor liegt, ist er ein echter Klimaretter. Er speichert dort große Mengen CO2: gut doppelt so viel wie etwa Wälder und in Summe rund ein Drittel des weltweiten Kohlenstoffs. Und das, obwohl Moore gerade einmal drei Prozent der Erdoberfläche ausmachen.

Wenn Torf aber ausgegraben wird und trocknet, landet dieses CO2 in der Atmosphäre. Und nicht nur CO2, auch Lachgas wird frei - und das hat nochmal eine viel stärkere Klimawirkung. In der Vergangenheit wurden schon viele unserer Moore zum Beispiel für die Landwirtschaft trockengelegt.

Auf Torf verzichten und Moore schützen, hat einen großen Effekt auf das Klima. Es geht darum, Moore zu erhalten und zu renaturieren, wo es möglich ist.

Torffrei gärtnern - so geht es

Beim Kauf von Blumenerde oder Anzuchterde sollte man auf die Zusammensetzung achten. Es gibt viele torffreie Produkte und gute Torf-Alternativen, darunter etwa Kokosfasern, Holzfasern und Kompost.

  • Torffreie Erde sollte öfter und in kleineren Mengen gegossen werden, sonst kann zu viel Nässe entstehen.
  • Dasselbe gilt für das Düngen: Mischungen mit vielen Holzfasern brauchen eventuell etwas mehr Stickstoff.

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Unter dem Strich: Man kann mit der richtigen Mischung der Blumenerde individuell auf die eigenen Bedürfnisse und Pflanzen eingehen und kommt damit mindestens zu genauso guten Ergebnissen wie mit Torf.

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