Mario Basler - ein Name, der heute für spektakuläre Freistöße, klare Worte und eine polarisierende Persönlichkeit steht. Doch wie begann seine steile Fußballkarriere? Jürgen Weber, Baslers Jugendtrainer beim VfL Neustadt, gibt Einblicke in die frühen Jahre des späteren FCK-Profis.
Ein Kind aus Neustadt mit außergewöhnlichem Schuss
"In der E-Jugend", erinnert sich Weber, "war Mario fußballerisch nicht auffälliger als andere Kinder." Doch eine Sache unterschied ihn schon damals von seinen Mitspielern: sein "famoser Schuss". Schon als E-Jugendspieler, also der Klasse der unter-elf-Jährigen, habe er Freistöße und sogar Eckbälle direkt ins Tor geschossen. "Die anderen Kinder wussten das und sagten immer: Der Mario soll schießen!", erzählt Weber. Abgesehen jedoch von seiner Schusstechnik habe der spätere Nationalspieler nicht herausgestochen, "es gab sogar Spieler, die besser waren als er."
Das sieht Basler sogar selbst so. Auf die Aussagen seines Jugendtrainers angesprochen, sagt er im Rahmen der Aufzeichnung für den SWR Podcast "MARIO BASLER – Letzter Typ": "Da hat er recht!“
Erst Auswahlmannschaft, dann FCK
Ein Wendepunkt kam in der D-Jugend, als Basler zur Sichtung der Auswahlmannschaft des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) eingeladen wurde. "Da hat man gesagt: Das ist einer!" Aber niemand hätte damals gedacht, dass er mal in der Bundesliga spielt, sagt Weber heute. Er betreute den in Neustadt aufgewachsenen Basler in den Folgejahren noch bis zu den B-Junioren, ehe es für ihn mit 16 Jahren zum FCK ging.
Mit dem Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern begann für Basler eine neue Phase. Doch auch hier war nicht alles einfach. "In der A-Jugend stand er auf der Kippe", erzählt Weber. "Er war nicht der Trainingsfleißigste, aber auf dem Platz genial." Der spätere Erfolg sei auch Otto Rehhagel zu verdanken, der Basler bei Werder Bremen förderte, ihm klare Ansagen machte und zugleich eine etwas längere Leine ließ.
Nie einfach, aber immer beliebt
Schon in jungen Jahren hatte Basler seine Ecken und Kanten. "Er hat seine Meinung gesagt", so Weber. Und: "Er war auch oft am Motzen. Verlieren wollte er nicht. Und immer spielen." Das tat seiner Stellung in der Mannschaft keinen Abbruch. Im Gegenteil: Der junge Mario sei bei seinen Mannschaftskameraden äußerst beliebt gewesen, sagt Weber.
Rückblick: Stolz und ein bisschen Wehmut
Heute blickt Jürgen Weber stolz auf die Karriere seines ehemaligen Schützlings. Dennoch hätte Weber sich gewünscht, dass Basler länger beim FC Bayern geblieben wäre. "Ich an seiner Stelle hätte meine Karriere dort beendet", meint er. Auch Baslers Auftritte in Reality-TV-Formaten sieht Weber kritisch.
Wie Mario Baslers Karriere verlaufen ist, wie er es trotz oder gerade wegen seiner zahlreichen Eskapaden zur Medienfigur geschafft hat und wie er dabei gezielt auf Provokationen setzt - all das ist Thema des SWR Podcasts "MARIO BASLER – Letzter Typ", der ab 24.2. überall abrufbar ist.