Gregor Mlocek aus Kaiserslautern lebt seit vielen Jahren auf der Straße. Das Nötigste, was er besitzt, passt in zwei Tüten, darin auch Essen und Getränke. Er trägt Jacke, Mütze und Schal - doch auch das nützt nichts, wenn es draußen Minusgrade gibt. "Die Leute schlafen auf der Straße und sind durchgefroren. Wir schlafen am Bahnhof oder an der Sparkasse, aber da schmeißen sie uns einfach raus", erzählt er. Bei acht Grad könne er es draußen noch aushalten. "Aber wir haben auch schon schwere Zeiten hinter uns bei Minus drei Grad. Wir müssen ja irgendwo schlafen", so Mlocek.
Pfarrer aus Kaiserslautern organisiert Kälte-Iglus für Wohnungslose
Um Menschen wie Gregor Mlozek zu helfen, hat Pfarrer Andreas Keller ein Zelt auf der Pfarrwiese aufstellen lassen. Dort befinden sich die Kälte-Iglus. Das sind Schlafkapseln aus wärmeisoliertem Material, sodass die Menschen, die dort schlafen, nicht erfrieren. "Ich habe selbst erlebt, dass Wohnungslose solche Erfrierungen hatten, dass ihre Gliedmaßen amputiert werden mussten", erzählt Keller. Ihm war es besonders wichtig, Kälte-Iglus in Kaiserslautern anzubieten. "Wenn man einen Wohnungslosen sieht, sollte man niemals vorurteilen. Niemand weiß was er erlebt hat."
Ich habe selbst erlebt, dass Wohnungslose solche Erfrierungen hatten, dass ihre Gliedmaßen amputiert werden mussten."
Geschützter Raum auch für Frauen in Kaiserslautern
Zusätzlich gibt es Schlafsäcke und Decken. Morgens und Abends dürfen sich die Wohnungslosen auch ein warmes Getränk oder etwas zu Essen abholen. "Bevor jemand bei uns übernachtet, führe ich immer noch ein persönliches Gespräch mit der Person. Da erkläre ich dann auch alles", sagt Keller. Es gebe auch die Möglichkeit, Toiletten zu nutzen und sich ärztlich versorgen zu lassen.
Die Kälteiglus bieten außerdem geschützte Räume – auch für Frauen, denn nachts wird das Gelände abgeschlossen. Außerdem seien auch Haustiere erlaubt. Das alles sei nur Dank der Spenden von Bürgern aus Kaiserslautern möglich, bedankt sich der Pfarrer. "Natürlich freuen wir uns auch immer über weitere Spenden."
Obdachlose in Kaiserslautern haben noch bis Februar einen warmen Schlafplatz
"Die Kälte-Iglus bleiben noch so lange es kalt ist", erklärt Keller. Gregor Mlocek kann sich vorstellen, bei Frost auch in so einem Kälte-Iglu zu übernachten. "Ich finde das gut. Die Entscheidung vom Pfarrer Keller. Er ist auf unserer Seite. Das ist sehr wichtig", betont Mlocek. Dann nimmt er wieder seine Tüten mit Proviant und geht: "Ich werde es meinen Freunden erzählen. Vielleicht kommen wir ja."