Sie sind schnell, laut und oft ziemlich nah am Boden: Kampfjets. Zuletzt waren am Mittwoch zwei Militärflugzeuge der Bundeswehr vom Typ "Tornado" über Otterberg (Kreis Kaiserslautern) und Grünstadt (Kreis Bad Dürkheim) unterwegs. Ein Kampfjet flog dabei sogar mehrere Schleifen über Otterberg. Und die Flugzeuge sind teilweise sehr dicht am Boden geflogen. Das hat einige Anwohner oder Spaziergänger sicher verwundert. Aber die Flüge hatten einen Grund.
Tiefflugtraining in der Westpfalz und der Region
Die beiden Kampfjets trainierten nämlich den Tiefflug – das hat ein Sprecher des Luftfahrtamtes der Bundeswehr bestätigt. Bei der angemeldeten Übung gingen die Jets auf Höhen zwischen 600 und 1.800 Metern über dem Boden herunter. Sie kamen vom Luftwaffenstandort Nörvenich in Nordrhein-Westfalen.
Auch im Juni war bereits ein Kampfjet im Tiefflug über Grünstadt unterwegs. Damals sogar nur rund 150 Meter über dem Boden. Laut Luftfahrtamt war auch dieser Flug angemeldet.
Piloten der Bundeswehr müssen Tiefflug üben
Solche Flüge sind für die Bundeswehr nach eigenen Angaben unverzichtbar. Damit Pilotinnen und Piloten im Ernstfall schnell und sicher handeln können, sei regelmäßiges Training notwendig – nicht nur im Simulator, sondern auch im echten Luftraum.
"Zwar wird inzwischen ein großer Teil der Ausbildung umwelt- und ressourcenschonend in Simulatoren durchgeführt. Doch für eine realistische Vorbereitung auf den Schutz Deutschlands, auf NATO-Aufgaben und internationale Einsätze braucht es weiterhin Übungseinsätze mit echten Maschinen", erklärt ein Sprecher der Luftwaffe der Bundeswehr.
Militärische Übungsflüge sind erlaubt
Laut Bundeswehr dürfen militärische Flugzeuge grundsätzlich überall in Deutschland fliegen. Sie müssen sich also nicht an bestimmte Flugrouten halten, sagt der Sprecher der Luftwaffe. So will die Bundeswehr erreichen, dass nicht immer nur die gleichen Regionen von den Übungen betroffen sind. Die Kampfjets müssen dabei normalerweise mindestens 300 Meter über dem Boden bleiben. In bestimmten Fällen und nur, wenn das vorher angemeldet wurde, dürfen sie auch mal auf 150 Meter runter.
Wenn sie über größere Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern fliegen, gilt eine höhere Mindestgrenze: 600 Meter über dem Boden. Die Bundeswehr versucht zwar, Orte mit vielen Menschen möglichst zu meiden. Deutschland ist allerdings dicht besiedelt und da lassen sich solche Überflüge manchmal einfach nicht vermeiden, heißt es vom Luftfahramt.
TRA Lauter und Polygone Militärflugzeuge üben am Himmel über der Westpfalz
Über der Westpfalz wird es immer mal wieder laut. Denn hier gibt es nicht nur die US Air Base Ramstein, sondern auch zwei Übungsräume für Militärflugzeuge. Was machen die dort?
Rheinland-Pfalz bleibt Trainingsgebiet für Bundeswehr
Auch in Zukunft wird es über Rheinland-Pfalz immer wieder zu militärischen Übungsflügen kommen. Besonders in der Region rund um Kaiserslautern und dem Saarland. Der Grund: Dort befinden sich zwei wichtige Übungszonen für Piloten - Polygone und TRA Lauter. Beide dienen dazu, dass Piloten unter realistischen Bedingungen für den Ernstfall trainieren können.