Lange vor den Römern waren sie hier. Am Donnersberg. Die Kelten. Und wie sie gelebt haben, das zeigt seit mehr als 20 Jahren das Keltendorf in Steinbach im Donnersbergkreis. Es sieht dort ein bisschen so aus wie im Dorf von Asterix und Obelix – nur ohne Zaubertrank. Doch das Dorf ist aktuell geschlossen. Der Grund: Es steht eine größere Sanierung der nachgebauten, keltischen Hütten an.
Hütten im Keltendorf sind marode – größere Sanierung nötig
Die Holzbalken der Hütten sind laut dem Trägerverein des Keltendorfes stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor allem die Konstruktion macht Probleme: Basis der rekonstruierten Häuser im Keltendorf sind Eichenbalken, die auf der Erde aufliegen. Auch den Holzpfählen, die senkrecht in der Erde stecken, sieht man die mehr als 20 Jahre an. "Mit der Zeit verrotten die eben", erklärt Ingrid Dietz. Sie ist die Geschäftsführerin des Keltendorf-Vereins.
Kleinere Reparaturen konnten laut Dietz bislang immer wieder während der Saison gemacht werden. Doch jetzt geht es um deutlich größere Maßnahmen. Das wurde inzwischen auch umfassend geprüft.
Sanierung kommt nicht "überraschend"
Dass die Sanierung der Touristenattraktion jetzt anstehe, sei für den Verein "nicht so überraschend", meint Ingrid Dietz. Man gehe nämlich davon aus, dass das damals bei den Kelten auch so passiert ist. Also nach 20 Jahren mussten die Hütten neu gemacht werden.
2004 wurde das Keltendorf am Donnersberg eröffnet. Und da es so authentisch wie möglich nachgebaut wurde, habe man nun eben dasselbe Problem.
Wer bezahlt die Sanierung für das Keltendorf am Donnersberg?
Da gebe es noch viele Fragezeichen, meint Ingrid Dietz. Wie teuer die Sanierung werde, wisse man auch noch nicht. Die genauen Kosten sollen jetzt ermittelt werden. Erst dann könne der Verein beraten, wie man das Projekt finanziere.
Wenn jetzt jemand kommt und sagt: ‚Wir sponsern‘ – dann wär das toll.
Klar ist aber schon jetzt: Der Verein ist gemeinnützig und hat bislang alle Einnahmen direkt wieder in den Erhalt des Keltendorfs investiert. Rücklagen gibt es deshalb kaum. "Wenn jetzt jemand kommt und sagt: ‚Wir sponsern‘ – dann wär das toll", lacht Ingrid Dietz. Allein wird der Verein die Sanierung wohl nur schwer stemmen können.
Keltendorf soll bleiben - Öffnung weiter unklar
Darauf angesprochen, ob das Keltendorf deshalb dauerhaft schließen könnte, sagt Dietz ganz entschieden: "Das ist keine Option, das soll und muss weitergehen." Wann das Keltendorf wieder geöffnet wird, das könne sie aktuell aber einfach nicht sagen. Es könnte sein, dass es in diesem Jahr gar nicht mehr für Besucher zugänglich ist.
Was die notwendige Sanierung aber zeigt: Das Keltendorf am Donnersberg ist offensichtlich eine sehr realitätsnahe Rekonstruktion keltischen Lebens in der Westpfalz - mit all seinen Nachteilen.