Wenn Tierleid sichtbar wird

Tierschutz: Immer mehr Anzeigen im Westen der Pfalz

In Pirmasens wurde vor wenigen Tagen ein Hund auf offener Straße getötet. Der Tatverdächtige soll der Ex-Partner der Hundebesitzerin sein. Dieser Vorfall hat viele Menschen in der Westpfalz tief erschüttert. Doch wie häufig kommt es zu solchen grausamen Taten?

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Stand

Von Autor/in Andreas Kahlmeyer

Dazu hat der SWR die zuständigen Veterinärämter in der Westpfalz befragt. Und gleich vorab: Glücklicherweise sind derart extreme Vorfälle, wie der in Pirmasens, sehr selten. Dennoch zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Immer mehr Fälle von Tierwohlgefährdung werden den Veterinärämtern gemeldet.

Hunderte Tierschutzanzeigen im Westen der Pfalz

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Allein im vergangenen Jahr gingen beim Veterinäramt in Kaiserslautern mehr als 350 Tierschutzanzeigen ein. 152 davon in der Stadt Kaiserslautern, 186 im Kreis und 15 Anzeigen richteten sich gegen "landwirtschaftliche Nutztierhaltungen". Also etwa gegen Landwirte oder Pferdebesitzer. Im Donnersbergkreis werden pro Jahr nach Angaben der Kreisverwaltung etwa 100 vermutete Tierschutzverstöße gemeldet. Und im Kreis Kusel waren es im vergangenen Jahr 164 Anzeigen.

Besonders viele Anzeigen gibt es in der Südwestpfalz

Beim Veterinäramt in der Südwestpfalz, das auch für die Städte Zweibrücken und Pirmasens zuständig ist, waren es 2025 insgesamt sogar mehr als 500 Meldungen wegen Tierwohlgefährdung. Und der Trend zeigt: Die Zahl steigt weiter. Auch wenn zu beachten ist, dass nicht hinter jeder Anzeige auch wirklich ein tatsächlicher Verstoß gegen das Tierschutzgesetz steckt. Grundsätzlich werde aber in jedem Fall unangekündigt vor Ort kontrolliert, um sich selbst ein Bild zu machen, heißt es etwa vom Veterinäramt Kusel.

Tierquälerei: Warum nehmen die Anzeigen zu?

Die Behörden führen den Anstieg der Anzeigen vor allem darauf zurück, dass immer mehr Menschen Tierleid bemerken und es melden. Besonders häufig geht es dabei um Hunde, die nicht ausreichend Auslauf bekommen oder misshandelt werden. Die gestiegene Sensibilität für Tierschutzthemen ist ein positiver Trend.

Einprägsame negative Erlebnisse sind vor allem Anfeindungen aus der Öffentlichkeit oder von den Tierhaltern, sowie körperliche Übergriffe.

Aggressivität gegen Mitarbeiter der Veterinärämter nimmt zu

Doch die Arbeit der Veterinärämter wird gleichzeitig schwieriger. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramts Kaiserslautern berichten, dass sie bei Einsätzen immer häufiger angefeindet oder sogar körperlich von Tierhaltern angegriffen werden. Auch der Druck durch Anfeindungen aus der Öffentlichkeit, beispielsweise über soziale Netzwerke, werde größer. Hier würden sich auch oft Menschen zu Wort melden, die "fachlich und sachlich wenig bis keine Kenntnisse haben und dadurch die Arbeit des Veterinäramtes erschweren oder verhindern."

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