Zwei Mitbewohner schwer verletzt

Messerstiche in Flüchtlingsunterkunft in Kusel: Angreifer soll ins Gefängnis

Ein Mann soll im vergangenen Jahr in der Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Kusel (AfA) zwei Mitbewohner mit einem Messer schwer verletzt haben. Jetzt soll er mehrere Jahre in Haft.

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Von Autor/in Lars-Henrik Wacker

Fünfeinhalb Jahre soll ein 30-Jähriger ins Gefängnis, weil er in der Flüchtlingsunterkunft in Kusel zwei Mitbewohner angegriffen haben soll. Im Prozess am Landgericht Kaiserslautern wurde er wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht ist sich sicher, dass sich der 30-Jährige vergangenes Jahr mit zwei seiner Mitbewohner in der AfA in Kusel gestritten hat. Später soll er die beiden Männer dann mit einem Messer angegriffen haben. Beide erlitten tiefe Stichwunden am Oberkörper. Mit einem Stich wurde sogar die Lunge getroffen. Sie überlebten den Angriff schwer verletzt.

Eines der Häuser der AfA Kusel auf dem Windhof. In der Erstaufnahmeeinrichtung in Kusel leben derzeit rund 300 Menschen.
Die Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Kusel. Hier soll der 30-Jährige zwei Mitbewohner mit einem Messer angegriffen haben.

Messerangriff in Kusel: Offenbar vorher Streit zwischen Beteiligten

Die Staatsanwaltschaft ist davon ausgegangen, dass der Angeklagte billigend in Kauf genommen hat, dass seine Opfer hätten sterben können. Zu Beginn des Prozesses hatten der Angeklagte und die Opfer unterschiedliche Angaben dazu gemacht, wie die Tat abgelaufen sein soll - auch ein Motiv war nicht ersichtlich.

Bei Aussage der Opfer vor dem Landgericht Kaiserslautern fließen Tränen

Ermittlungen hatten ergaben, dass der Angeklagte Stunden vor der Tat mit seinen 29- und einen 31-jährigen Mitbewohnern gestritten hatte. Kurz vor Mitternacht soll er sie dann in einem Gruppenschlafraum mit dem Messer angegriffen haben. Die Opfer sind Brüder. Als ein Opfer zu Prozessbeginn vor Gericht die Tatnacht schildert, fließen Tränen bei ihm. Auch der Angeklagte wirkte auf Beobachter emotional berührt. Die genauen Hintergründe der Tat blieben am ersten Prozesstag allerdings unklar.

Angeklagter spricht über Alkoholkonsum

Der Angeklagte kam 2023 nach Deutschland. Er stammt aus der Türkei und ist offenbar aus politischen Gründen geflüchtet, weil er Kurde ist. In seiner Aussage vor Gericht - am ersten Prozesstag - sprach er außerdem davon, dass er an dem Tag der Tat viel Alkohol getrunken hatte. Vor der Tat habe es zudem einen massiven Streit mit den späteren Opfern gegeben. Im Verlauf dieses Streits sei dem Angeklagten die Nase gebrochen worden, weshalb er auch im Krankenhaus gewesen sei.

Prozessauftakt am Landgericht Kaiserslautern: Ein Mann soll in der Afa Kusel zwei Mitbewohner mit einem Messer schwer verletzt haben. Im Vordergrund sein Dolmetscher (weißer Pullover).
Prozessauftakt am Landgericht Kaiserslautern: Ein Mann soll in der AfA Kusel zwei Mitbewohner mit einem Messer schwer verletzt haben. Im Vordergrund sein Dolmetscher (weißer Pullover).

Täter war im Kreis Kusel auf der Flucht

Nach dem Messerangriff war der Täter zunächst geflüchtet. Dank Zeugenhinweisen konnte der Verdächtige später in Altenglan im Kreis Kusel festgenommen werden. Wie das Polizeipräsidium Westpfalz mitteilte, leistete der Mann bei der Festnahme damals keinen Wiederstand.

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Lars-Henrik Wacker
Multimediareporter Lars Henrik Wacker
Onlinefassung
Andreas Kahlmeyer
Reporter Andreas Kahlmeyer aus dem SWR-Studio in Kaiserslautern.
Sarah Korz
Sarah Korz, Redakteurin im SWR Aktell Studio Kaiserslautern

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