Fünfeinhalb Jahre soll ein 30-Jähriger ins Gefängnis, weil er in der Flüchtlingsunterkunft in Kusel zwei Mitbewohner angegriffen haben soll. Im Prozess am Landgericht Kaiserslautern wurde er wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Das Gericht ist sich sicher, dass sich der 30-Jährige vergangenes Jahr mit zwei seiner Mitbewohner in der AfA in Kusel gestritten hat. Später soll er die beiden Männer dann mit einem Messer angegriffen haben. Beide erlitten tiefe Stichwunden am Oberkörper. Mit einem Stich wurde sogar die Lunge getroffen. Sie überlebten den Angriff schwer verletzt.
Messerangriff in Kusel: Offenbar vorher Streit zwischen Beteiligten
Die Staatsanwaltschaft ist davon ausgegangen, dass der Angeklagte billigend in Kauf genommen hat, dass seine Opfer hätten sterben können. Zu Beginn des Prozesses hatten der Angeklagte und die Opfer unterschiedliche Angaben dazu gemacht, wie die Tat abgelaufen sein soll - auch ein Motiv war nicht ersichtlich.
Bei Aussage der Opfer vor dem Landgericht Kaiserslautern fließen Tränen
Ermittlungen hatten ergaben, dass der Angeklagte Stunden vor der Tat mit seinen 29- und einen 31-jährigen Mitbewohnern gestritten hatte. Kurz vor Mitternacht soll er sie dann in einem Gruppenschlafraum mit dem Messer angegriffen haben. Die Opfer sind Brüder. Als ein Opfer zu Prozessbeginn vor Gericht die Tatnacht schildert, fließen Tränen bei ihm. Auch der Angeklagte wirkte auf Beobachter emotional berührt. Die genauen Hintergründe der Tat blieben am ersten Prozesstag allerdings unklar.
Angeklagter spricht über Alkoholkonsum
Der Angeklagte kam 2023 nach Deutschland. Er stammt aus der Türkei und ist offenbar aus politischen Gründen geflüchtet, weil er Kurde ist. In seiner Aussage vor Gericht - am ersten Prozesstag - sprach er außerdem davon, dass er an dem Tag der Tat viel Alkohol getrunken hatte. Vor der Tat habe es zudem einen massiven Streit mit den späteren Opfern gegeben. Im Verlauf dieses Streits sei dem Angeklagten die Nase gebrochen worden, weshalb er auch im Krankenhaus gewesen sei.
Täter war im Kreis Kusel auf der Flucht
Nach dem Messerangriff war der Täter zunächst geflüchtet. Dank Zeugenhinweisen konnte der Verdächtige später in Altenglan im Kreis Kusel festgenommen werden. Wie das Polizeipräsidium Westpfalz mitteilte, leistete der Mann bei der Festnahme damals keinen Wiederstand.