Rund eine Woche ist es nun her, dass es in der Innenstadt in Kaiserslautern gebrannt hat. In den oberen Etagen eines Hauses ist gegen 17 Uhr am Freitagabend ein Feuer ausgebrochen. Das Haus ist vielen in der Stadt bekannt, denn im Erdgeschoss sitzt die beliebte Kultkneipe Benderhof. Und den Menschen, für den "der Bender" wie ein zweites Wohnzimmer ist, fehlt der Ort schon jetzt. Besonders Künstler bangen um die Kneipe.
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Am Freitagnachmittag ist aus bisher unbekannter Ursache ein Feuer in einem Haus in Kaiserslautern ausgebrochen. Im Gebäude befindet sich auch die Kneipe "Benderhof".
Seit rund 25 Jahren findet dort zum Beispiel die monatliche Jazz-Session eines Lautrer Jazz-Vereins statt. Jazzmusiker Philipp Huchzermeier tritt dort regelmäßig auf. "Für uns wäre eine längere Schließung des Benderhofs auf jeden Fall ein harter Schlag, weil wir unsere monatliche Session nicht ohne weiteres weiterführen könnten", sagt er. "Wir müssten dann einen anderen Ort finden." Und diese Orte seien inzwischen rar in Kaiserslautern, wie auch andere aus der Szene schildern.
"Wir haben eigentlich für diese freie Musikszene viel zu wenig Räume in Kaiserslautern", sagt Jazzmusiker Michael Lakatos. Auch er kennt den Benderhof gut. "Für uns Musiker ist der Benderhof schon immer ein zentraler Ort gewesen, wo man im kleineren Maßstab in kleinen Bands Musik machen kann." Als Alternativen nennt Lakatos den Salon Schmitt und gelegentlich die Kammgarn. Der Benderhof aber bleibe "einer der zentralen Orte".
Lautrer Kultkneipe seit Jahrzehnten ein Treffpunkt für Musiker
Schon in den 1950er-Jahren sei die Kneipe ein Tanzcafé gewesen, ehe er sich später zu einem wichtigen Treffpunkt der alternativen Musik- und Kulturszene entwickelt habe. Für viele Musikerinnen, Musiker und Studierende sei die Kneipe das "Wohnzimmer" der Lautrer Szene gewesen, erzählt Michael Halberstadt, Inhaber des Salon Schmitt. Er habe dort mehr Zeit verbracht "als in der eigenen Wohnung". Dabei habe er selbst direkt über der Kneipe gewohnt – dort, wo es jetzt gebrannt hat.
An der Wohnung habe er nicht sonderlich gehangen, sagt er. Umso mehr an der Kneipe selbst: "Das war die damalige Szene und der Laden überhaupt. Ich hab hier wirklich große Zeit meines Lebens verbracht." Seit der Schließung fehle ein spontaner Treffpunkt im Viertel: "Man kann nicht mal spontan sagen: 'Komm, wir treffen uns schnell auf ein Bier oder einen Kaffee.'" Es sei "ein Loch entstanden, erst wenige Tage", aber man merke es schon.
Freie Kulturszene Kaiserslautern hofft auf baldige Wiedereröffnung
Für Musikerin Claudia Kern ist der Benderhof auch untrennbar mit der eigenen Familiengeschichte verbunden. Schon ihre Großmutter trat dort mit einem Theaterensemble auf. Die Plakate davon habe sie noch heute. Auch ihre eigene Jugend hat sie im Benderhof verbracht, mit zahlreichen Konzerten und besonderen Abenden. Egal, wohin es sie später zog: "Der Benderhof hatte immer ein eigenes Feeling." Die aktuelle Schließung trifft sie deshalb persönlich: "Das ist natürlich ein harter Schlag, weil wirklich etwas fehlt in Kaiserslautern", sagt auch sie. "Der Benderhof ist eine Institution, und ich hoffe, dass er bald wieder geöffnet ist."
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Kultkneipe selbst von Brand in Kaiserslautern kaum betroffen
Der Benderhof sei im Haus am wenigsten von dem Brand betroffen gewesen. Das sagt Susanne Daugill, ein Teil der Genossenschaft, die den Benderhof führt. Lediglich das Löschwasser von oben sei etwas zu riechen. Viel schlimmer sei es für die Mietenden in den oberen Geschossen. "Auch sie sind dankbar für die viele Anteilnahme", sagt Daugill. Offen sei außerdem, wann die Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen. Auch Strom und Gas seien noch nicht wieder freigegeben. Und selbst wenn das bald der Fall sei, möchte sie sich erst mit den Mietenden und den Vermietern austauschen, bevor von einer Wiedereröffnung gesprochen werden kann.
Ihr sei bewusst, dass viele die Gaststätte vermissen. "Mir hat jemand gesagt, er fühle sich jetzt so heimatlos", erzählt sie. Auch viele Musiker hätten sich gemeldet und nach dem Brand gefragt. Was mit geplanten Auftritten sei, stand allerdings laut ihr bisher noch nicht im Raum. Daugill bedankt sich ausdrücklich bei allen, die bereits ihre Hilfe angeboten hätten: "Die Anteilnahme war überwältigend." Sie hofft, bald wieder den "heimatlosen" Gästen die Tür öffnen zu können. Neuigkeiten zur Wiedereröffnung wolle die Benderhof-Genossenschaft über ihre Webseite und Social Media bekanntgeben.