Turboflächen sollen ausgewiesen werden

Neue Industriegebiete im Westen der Pfalz: Land drückt aufs Tempo

Sogenannte Turboflächen sollen dafür sorgen, dass Industriegebiete schneller gebaut werden können. Auch in der Westpfalz sollen Städte und Gemeinden davon profitieren.

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Von Autor/in Lars-Henrik Wacker

Das Land Rheinland-Pfalz will neue Flächen für die Industrie schaffen und damit die Wirtschaft stärken. Auf Grundlage einer Studie hat sie dafür landesweit 13 Standorte ausgesucht, wo Gewerbe- und Industrieflächen schneller entstehen sollen. Auch die Westpfalz ist mit Standorten vertreten. Aber wie kommen die Kommunen damit voran? Eine Übersicht.

VG Kusel-Altenglan will dieses Jahr schon bauen

Für den Gewerbepark Schellweiler-Ehweiler ist laut Verbandsgemeinde der Bebauungsplan schon fertig - und lag auch schon offen. Derzeit werden die Stellungnahmen ausgewertet. Die VG Kusel-Altenglan möchte bis März das Baurecht klären und führt parallel schon Gespräche mit Investoren. "Bei weiterhin positivem Verlauf halten wir einen Spatenstich noch im Laufe des ersten Halbjahres für realistisch", sagt Marcel Keidel, der Leiter der Wirtschaftsförderung.

Eine weitere Industriefläche wird in Reichweiler geplant. Für die Fläche wird aktuell der Bebauungsplan erarbeitet. Der Flächennutzungsplan kann schon eingesehen werden. Ein privater Investor soll die Fläche entwickeln, heißt es von Seiten der VG.

Die Verbandsgemeinde will auch in Konken neue Gewerbeflächen schaffen. Erste Gespräche laufen bereits, doch die Planung ist noch am Anfang. Je nach Nachfrage und Entwicklung der anderen Standorte will die Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan für die Fläche in Konken bis Ende 2028 einen rechtskräftigen Bauplan haben.

VG Thaleischweiler-Wallhalben setzt auf "Werkstatt-Termine"

Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben will neue Gewerbefläche in Weselberg herrichten. Sie will mit der Verkehrsanbindung bei interessierten Unternehmen punkten. Bei der Auftaktveranstaltung mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium in Mainz Mitte Januar wurden erste Prozesse und mögliche Zeitpläne besprochen. Die sollen im Februar in sogenannten Werkstatt-Terminen konkretisiert werden, erklärt VG-Bürgermeister Patrick Sema (SPD).

Ökompark Heide-Westrich soll endlich umgesetzt werden

Der Zweckverband besteht aus den Gebietskörperschaften: Verbandsgemeinde Baumholder, den Ortsgemeinden Rückweiler, Leitzweiler, Hahnweiler, Gimbweiler und dem Landkreis Birkenfeld. Gemeinsam wollen sie ein ökologisches und wirtschaftliches Gewerbegebiet errichten.

Neue Industriegebiete sollen in der Westpfalz entstehen.
Mit Hilfe von sogenannten Turboflächen soll auch in der Westpfalz schneller gebaut werden können. picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Erste Pläne reichen in die 1990er-Jahre zurück. Mit dem Landesprojekt geht Baumholders VG-Bürgermeister und Verbandsvorsteher Bernd Alsfasser davon aus, dass der Bau schneller geht: "Bis Ende 2028 sollen die Turboflächen umgesetzt sein. Wir haben einen gültigen Flächennutzungsplan und daraus entwickeln wir jetzt die Bebauungspläne." Laut Alsfasser sind die Flächen unter anderem für die Bereiche Dienstleistung, Forschung und Logistik ausgewiesen.

Pirmasens will im Norden der Stadt bauen

Am nordwestlichen Rand der Stadt Pirmasens liegen die ausgewählten Turboflächen Staffelberg (ca. 14 Hektar), Gottelsberg (ca. 24 Hektar) und Eischberg (ca. 43 Hektar). Alle drei Flächen sind über die L 600 an die A 8 gebunden. "Der Standort Pirmasens wurde ausgewählt, weil hier drei zeitlich aufeinander aufbauende Entwicklungsmöglichkeiten bestehen", heißt es aus dem Pirmasenser Rathaus.

Die Stadt will die Fläche Staffelberg kurzfristig, Gottelsberg mittelfristig und Eischberg langfristig ausbauen, ohne dabei genaue Zeitpläne zu nennen. Auf Werkstatt-Terminen werden allerdings die nächsten Schritte im Planungsprozess geklärt.

Kaiserslautern muss Eigentumsfragen klären

Zu den landesweiten Turboflächen gehört auch das ehemalige DB-Cargo-Areal entlang der Pariser Straße in Kaiserslautern. Die rund 25 Hektar große Fläche erstreckt sich in Richtung Einsiedlerhof. Laut Stadt liegen jetzt Strukturvariaten vor, wie die Fläche genutzt werden kann. Allerdings muss die Stadt noch Eigentumsfragen klären, bis der Bebauungsplan stehen kann. Aus dem Rathaus heißt es, dass die nötigen Planverfahren noch bis zu drei Jahre dauern könnten.

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Lars-Henrik Wacker
Multimediareporter Lars Henrik Wacker

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