Erst drei Monate ist es her, da feierte die neue Parkklinik in Hornbach im Kreis Südwestpfalz Eröffnung – endlich. Nachdem bereits die Corona-Pandemie und die Inflation den Bau verzögert und verteuert hatten, vor einem guten Jahr dann der Schock: Das Pfingst-Hochwasser 2024 sorgte für Schäden am Bau von über sechs Millionen Euro.
Insolvenzverfahren gegen Parkklinik-Betreiber
Zwar übernahm die Versicherung die Schadenssumme, doch durch die Wasserschäden verzögerte sich die geplante Eröffnung. Erst Ende April 2025 öffnete die Parkklinik ihre Pforten, um ab Mai dann die ersten Patienten wegen Depressionen oder Burnout zu behandeln. Und jetzt, nur Wochen später, schon die Insolvenz?
Wie das Amtsgericht Zweibrücken am Mittwoch bekannt gegeben hat, ist gegen die Betreiber-Gesellschaft, die Parkklinik Hornbach Betriebs GmbH, ein Insolvenzverfahren beantragt worden. Der vorläufige Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann ist nach Hornbach gefahren und hat die 87 betroffenen Beschäftigen über die aktuelle Lage informiert.
Klinik-Belegschaft in Hornbach sei "hochmotiviert"
Die finanzielle Schieflage ist laut Insolvenzverwalter Spiekermann "bedauerlich", denn bei seinem Besuch in Hornbach sei er auf eine "hochmotivierte Belegschaft und ein hervorragend ausgestattetes Klinikgebäude gestoßen". Er versichert: Der Betrieb der Klinik werde zumindest in den kommenden Monaten uneingeschränkt weiterlaufen.
Doch was hat zur Insolvenz geführt? Das legen Insolvenzverwalter Spiekermann und Thomas Schiwek – Geschäftsführer der Gesellschaft, die die Parkklinik Hornbach gebaut hat – so dar: Dass nach dem Hochwasser die Parkklinik erst mit einer Verzögerung von einem Dreivierteljahr öffnen konnte, habe die Klinik – ein Geflecht aus fünf Gesellschaften – ins Straucheln gebracht.
Hochwasser verzögert Eröffnung der Parkklinik
Ohne Einnahmen habe man dennoch die Gehälter des bereits eingestellten Personals zahlen müssen. Das habe ein Lücke von knapp zwei Millionen Euro entstehen lassen. Dass die Privatklinik seit der Eröffnung nicht voll ausgelastet ist, habe die Situation verschlimmert.
Wie ein Startup brauche auch die Parkklinik einen gewissen Anlauf, doch dafür hätte "die Kapitaldecke nicht gepasst", führt Schiwek aus. Die Folge: Die verschiedenen beteiligten Gesellschaft hätten eine gesamtschuldnerische Bürgschaft geben müssen. Das könnte dazu führen, dass neben der Betriebsgesellschaft bald schon weitere Gesellschaften fallen, wie beim "Domino", so Schiwek.
Er betont, er hätte sich in dieser schwierigen Phase mehr Unterstützung "von allen Seiten" gewünscht. Auch ein Hilfegesuch an das Land habe keinen Erfolg gehabt.
Das Land hat nicht rechtzeitig reagiert.
Die Staatskanzlei des Ministerpräsidenten verweist auf SWR-Anfrage an das Landesgesundheitsministerium. Dieses wiederum gibt an: Für Privatkliniken sei das Land nicht zuständig und man stehe mit der Parkklinik in keinerlei Geschäftsbeziehungen.
Parkklinik Hornbach: Wie geht es weiter?
Wie es mit der Klinik weitergeht, ist noch unklar. Immerhin: Das Gebäude gehört mittlerweile einem Fonds einer Immobiliengesellschaft, der von der Insolvenz nicht betroffen ist. Die Gesellschaft wollte sich auf SWR-Anfrage zu der Sache nicht äußern.
Insolvenzverwalter Spiekermann zeigt sich aber optimistisch, was die Zukunft der Parkklinik anbelangt.
Eine dauerhafte Lösung für den Klinikbetrieb geht sicher nur mit einer neuen Betreibergesellschaft.
Schließlich hätten sich bereits zwei größere Klinikbetreiber bei ihm gemeldet und Interesse an einer Übernahme der Parkklinik bekundet.
Streit um Handwerker-Rechnungen an der Parkklinik Hornbach
Derweil sorgt der Insolvenzantrag in Hornbach und Umgebung für Unmut. Es kursieren Gerüchte um nicht bezahlte Rechnungen von Firmen, die am Bau beteiligt waren. Dazu sagt Schiwek: Einige Rechnungen müssten noch geprüft werden.
Was bei den Rechnungen herauskomme, bleibe abzuwarten. Dass die Betriebe, die auf die Zahlungen warten, die aktuelle Situation "bedrohlich" empfinden und jetzt besonders vorsichtig sind, könne er verstehen. "Wir haben alle Hände voll zu tun, jetzt juristisch zu reagieren", so Schiwek.
Auch Parkklinik in Zweibrücken geplant
Neben der Klinik in Hornbach liegen auch im nahegelegenen Zweibrücken Pläne in der Schublade für eine Klinik für psychisch Erkrankte.
Ob sich die Insolvenz der Betreiberfirma in Hornbach auf das Projekt in Zweibrücken auswirken könnte? Das könne man zur Zeit nicht abschätzen, sagt Martin Grub. Grub ist ebenfalls Geschäftsführer der Gesellschaft, die die Hornbacher Klinik gebaut hat – und zugleich Architekt für die geplante psychosomatische Klinik in Zweibrücken, die die Herzog-Wolfgang-Stiftung auf den Weg bringen möchte.
Die beiden Kliniken hätten zwar ein ähnliches Konzept, würden aber ansonsten keine Verbindung zueinander haben. Auch der Sprecher der Stadt Zweibrücken gibt an, man werde weiter am Bebauungs- und Flächennutzungsplan für das Klinik-Projekt arbeiten, "solang wir nichts Gegenteiliges hören".