Nach Monaten der Unsicherheit steht fest: Beim Maschinenbauer Siempelkamp in Zweibrücken fallen 83 der rund 282 Arbeitsplätze weg. Das hat die Gewerkschaft IG Metall nach Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der Geschäftsführung mitgeteilt. Ursprünglich sollten etwa 130 Stellen gestrichen werden.
Ehemaliges Pallmann-Werk leidet unter Wirtschaftskrise
Grund für den Abbau ist laut Gewerkschaft die schlechte wirtschaftliche Lage des ehemaligen Pallmann-Werks. Vor allem die Flaute am Weltmarkt belastet das Unternehmen. Hinzu kommt der, wegen Sanktionen weggebrochene russische Markt. Vor diesem Hintergrund hätten IG Metall und Betriebsrat "aufreibende" Verhandlungen geführt.
Die Gewerkschaft bewertet das Ergebnis positiv: Der Stellenabbau fällt geringer aus als geplant, zugleich gibt es eine Zusage für den Standort. Am Dienstag sei die Entscheidung gefallen, am Mittwoch sei die Belegschaft informiert worden.
Freiwilligenprogramm statt Kündigungswelle
Nach Angaben der IG Metall soll der Abbau der 83 Jobs größtenteils über Freiwilligenprogramme laufen. Dazu gehören etwa Vorruhestandsregelungen und finanzielle Anreize für Beschäftigte, die das Unternehmen von sich aus verlassen.
Außerdem ist bereits eine Transfergesellschaft gegründet worden. Sie soll Betroffene beim Übergang in neue Jobs unterstützen. Arbeitsagentur, Transfergesellschaft und Gewerkschaft begleiten den Prozess derzeit im Betrieb. Die Beschäftigten haben bis zum 15. September Zeit, Angebote aus den Freiwilligenprogrammen anzunehmen.
Standortzusage für Zweibrücken bis 2030 und neue Bereiche
Wichtig sei, so die Gewerkschaft, dass es eine Standortzusage für Zweibrücken bis Ende 2030 gebe. Das soll den verbliebenen Beschäftigten mehr Planungssicherheit geben.
Zudem sollen neue Aufgaben nach Zweibrücken kommen. Geplant sind unter anderem Bereiche für Anlagen zum Holz-Recycling. Diese zusätzlichen Geschäftsfelder sollen nach Angaben der IG Metall die Wirtschaftlichkeit des Standorts steigern und eine Perspektive über den laufenden Stellenabbau hinaus eröffnen.
Dossier Wirtschaftskrise in RLP - diese Firmen kämpfen
Die Wirtschaftslage in RLP ist schwierig: Firmen wie BioNTech und BASF bauen Stellen ab oder schließen komplett. Andere siedeln sich trotz anders lautender Ankündigung nicht an.
Harter Schlag für den Industriestandort Zweibrücken
Für die Industrie in Zweibrücken ist das der nächste große Stellenabbau. Zuletzt hatte Tadano auf dem Flughafengelände sein Werk geschlossen, dabei sind auch schon hunderte Stellen abgebaut worden. Auch in den saarländischen Nachbarstädten drohen beispielsweise bei Bosch oder Festo bald hunderte Jobs wegzubrechen. Für Mitarbeiter in der Branche wird es dadurch immer schwerer, einen Job in der Region zu finden.