ACC gibt Pläne für Deutschland auf

Aus für Batteriewerk in Kaiserslautern - "Schock für ganze Region"

Das Batterieunternehmen ACC gibt seine Pläne für eine Batteriefabrik in Kaiserslautern endgültig auf. Grund sei die schwache Nachfrage nach E-Autos in Europa. Scharfe Kritik kommt von der IG Metall.

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Von Autor/in Luca Schulz, Götz Kohlmann

Der Batteriehersteller Automotive Cells Company (ACC) wird wohl keine Gigafactory in Kaiserslautern bauen. Das Unternehmen hat seine Pläne für neue Batteriewerke in Deutschland und Italien endgültig aufgegeben. Das bestätigte ACC am Samstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Unternehmen erklärte, die Voraussetzungen für einen Neustart der seit Mai 2024 pausierten Vorhaben seien voraussichtlich nicht mehr gegeben. Gespräche mit Betriebsräten und Gewerkschaften über eine Einstellung der Projekte seien bereits angelaufen.

Schwache Nachfrage nach E-Autos als Hauptgrund

Hintergrund der Entscheidung sei die anhaltend geringe Nachfrage nach Elektroautos in Europa. Dieses Argument allein reicht dem Betriebsratsvorsitzenden von ACC Deutschland, Florian Kapf, nicht aus. Er vertritt die Interessen der rund 90 Menschen, die für das Projekt bereits eingestellt wurden - auch, wenn mit dem Bau der Fabrik in Kaiserslautern noch gar nicht begonnen wurde. Insgesamt hätten 2.000 Arbeitsplätze entstehen sollen.

Nach Angaben des Verbands der europäischen Automobilhersteller (ACEA) wurden im vergangenen Jahr rund 1,9 Millionen E-Autos in der EU neu zugelassen. Das sind zwar rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings hat der Autombilmarkt generell Probleme. 2025 wurden rund 17 Prozent weniger Autos verkauft, als im Vor-Corona-Jahr 2019. Bei E-Autos läuft der Absatz nach Ansicht von Branchenexperten inzwischen langsamer als noch vor wenigen Jahren vorhergesagt.

ACC wollte ursprünglich drei Batteriewerke bauen

Ursprünglich hatte ACC den Bau von drei großen Batteriewerken geplant. Während das erste Werk in Frankreich bereits produziert, wurden die Projekte in Deutschland und Italien 2024 zunächst auf Eis gelegt - jetzt folgte die endgültige Absage.

IG Metall: Entscheidung "schockiert eine ganze Region"

Die IG Metall kritisierte die Entscheidung scharf. "Während Wettbewerber den Ausbau von Kapazitäten und Innovationen ankündigen, begräbt das Gemeinschaftsunternehmen von Stellantis, Mercedes-Benz und Total seine Pläne und schockiert eine ganze Region", so der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Jörg Köhlinger. Seit Jahren hätten sich Betriebsräte und IG Metall für die Ansiedlung eingesetzt. Dabei sei man dem Unternehmen weit entgegengekommen. Die Entscheidung sei irrational und verantwortungslos. "Ich bin erschüttert darüber, wie sich die Arbeitgeber in diesem Land verhalten", sagte Köhlinger weiter, "es ist an der Zeit, dass die Arbeitgeber ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung gerecht werden." Weitere Reaktionen zum Aus für die Gigafactory lesen Sie hier:

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Luca Schulz
SWR-Redakteur Luca Schulz
Götz Kohlmann

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