Alexander und Anna Riede besuchen die verbliebenen fünf Alpakas in ihrem vorübergehenden zu Hause. Aktuell steht die Herde auf einem Grundstück von einer Freundin der Familie. Hier kann sich das verletzte Alpaka Toni in einer separaten Pferdebox erstmal erholen. "Toni schwebt zum Glück nicht mehr in Lebensgefahr", erzählt das Ehepaar.
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Alexander Riede geht auf Toni zu, doch er zeigt sich unsicher und weicht vorsichtig zurück - genauso wie die restliche Herde. "Das erkennt man daran, dass sie die Ohren spitzen, hin und her laufen und die Schwänzchen heben", erklärt Riede. Normalerweise seien sie immer sehr zutraulich und neugierig gewesen, sagt das Ehepaar.
Alpakas in Ludwigswinkel in der Südwestpfalz erholen sich
Toni hat überall Narben, die vom Tierarzt getackert werden mussten. An seiner weißen Wolle sind noch Blutreste. Die Riedes besprühen die Wunden mit einem Anti-Mücken-Spray, sodass keine Insekten dran kommen. Am Zaun stehen die anderen Alpakas und beobachten jeden Schritt ganz genau. "Wir mussten Toni erstmal in der Pferdebox unterbringen, weil er aktuell von den anderen Herdenmitgliedern gemobbt wird", sagt Riede. Das sei noch nie so gewesen. Die Riedes erklären sich das Verhalten so, weil Toni jetzt das schwächste Herdenmitglied sei und bei der Attacke floh. Ein untypisches Verhalten, denn Alpaks seien keine Flucht-, sondern Distanztiere.
So konnte sich Alpaka Toni nach dem Angriff in der Südwestpfalz retten
Während des Angriffs sei Toni geflohen. Ausgerechnet an diesem Tag sollte sich die Herde auf der Weide satt fressen – normalerweise stehen sie dort nicht so oft. "Toni ist nach dem Angriff bis nach Hause zu unserem Stall gerannt. Er kennt den Weg schon auswendig", erzählt Anna Riede. So habe er sich selbst in Sicherheit gebracht. Anna Riede habe ihn dann sofort versorgt und gleich gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Der Tierarzt konnte ihn später retten. Doch das Trauma in der Herde bleibt.
Keine Alpakawanderung mehr in Ludwigswinkel in der Südwestpfalz
"Wir wissen nicht, wie sich unsere Alpakas jetzt bei den Wanderungen verhalten würden. Vor allem, wenn uns ein Hund begegnet", sagt Alexander Riede. Nicht alle Tiere seien für solche Touren geeignet und das Training dauere lange und sei sehr aufwendig. "Ich weiß nicht, wie es weitergeht und ob das überhaupt noch mit unseren Alpakas funktioniert", erklärt er weiter. Die Tiere bräuchten jetzt vor allem Ruhe und Zeit. Die Alpaka-Wanderungen betreibt Familie Riede nebenberuflich – mehr als Hobby.
Ortsbügermeister und Gemeinde Ludwigswinkel in der Südwestpfalz unter Schock
Ruven Fritzinger (parteilos), der Ortsbürgermeister von Ludwigswinkel, findet den Vorfall bestürzend. Er wissen, dass die Alpakas für Familie Riede wie Familienmitglieder seien. "Dass die Hunde frei herumlaufen konnten, ist einzig den Tierhaltern zuzuschreiben und der Vorfall zeigt, dass die Tierhalter ihre Pflichten ernst nehmen müssen. Was passiert, wenn dies nicht der Fall ist, zeigen die Ereignisse vom Wochenende auf dramatische Weise", so Fritzinger.
Familie erhält viel Unterstützung aus Ludwigswinkel in der Südwestpfalz
Doch auch das gesamte Dorf stehe unter Schock – umso größer sei die Hilfsbereitschaft, berichten die Riedes. "Wir bekommen unzählige Nachrichten und jeder möchte uns helfen. Das Dorf liebt die Alpakas. Das gibt uns sehr viel Kraft", sagt Alexander Riede.
Warum die Familie trotzdem nicht aufgibt? "Weil die Alpakas unsere Familie sind und weil wir es lieben, mit ihnen zu arbeiten und Zeit mit ihnen zu verbringen", sagt das Ehepaar.