"Es gibt einen indirekten und einen direkten Nutzen für die Bürger", erklärt Uwe Schmeer. Er leitet das Referat Digitalisierung und Innovation der Stadtverwaltung Kaiserslautern. "Indirekt, wenn die Prozesse intern schneller laufen. Und direkt, wenn die Bürger selbst von zuhause aus etwas erledigen können." Zum Beispiel sollen die Menschen in Kaiserslautern immer mehr Anträge online stellen können, ohne dafür einen Termin bei der Behörde auszumachen. Das wiederum spare auch den Mitarbeitern der Verwaltung viel Zeit.
Digitale Anträge sparen Zeit
Zuletzt ist etwa die Ausländerbehörde in Kaiserslautern vollständig digitalisiert worden; auch Elterngeld oder Wohngeld lassen sich über den elektronischen Weg beantragen. "Eltern haben vorher manchmal sechs Monate auf einen Termin gewartet", berichtet Kevin Künstler, er arbeitet im Referat Digitalisierung. Die Rückstände seien durch die digitale Lösung weniger geworden.
Führerscheinstelle soll als nächstes digital werden
Die nächsten Projekte seien bereits in Arbeit. Schon bald soll der Füherschein auch digital beantragt werden können. Davon erhofft sich Künstler einen größeren Effekt, da bei der Führerscheinstelle zuletzt besonders viele Anträge gestellt wurden. "Ein weiteres Projekt ist der digitale Widerspruch, sodass die Bürgerinnen und Bürger dann auch digital gegen Bescheide Widerspruch einlegen können."
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Gläsernes Kaiserslautern: Stadt lässt sich virtuell vermessen
Neben immer mehr Online-Anträgen konzentriert sich das Referat Digitalisierung außerdem auf Geo-Daten. Zum Beispiel haben die Mitarbeitenden ein internes Tool entwickelt, mit dem man virtuell durch die Straßen von Kaiserslautern fahren kann, ähnlich "Google Street View". "Unsere Bilder sind genauer", erklärt Referatsleiter Uwe Schmeer. "Sie haben eine höhere Auflösung und sind aktueller." So lässt sich etwa digital die Höhe eines Gebäudes ausmessen - das wiederum spare der Bauverwaltung so manchen Weg. "Die Feuerwehr ist daran auch interessiert", so Schmeer. Bei einem Einsatz könnten die Feuerwehrleute über die Anwendung etwa schauen, wie viele Stockwerke ein Gebäude hat.
Digitale Tools für Bürger: Wie viel Solarstrom kann ich auf meinem Dach produzieren?
Einige Tools der Stadtverwaltung sind auch öffentlich zugänglich. Zum Beispiel zeigt die sogenannte Bubatzkarte, wo der Cannabis-Konsum in Kaiserslautern verboten ist. Mit dem Mobilitätsportal lassen sich, ähnlich wie bei Google Maps, Routen durch Kaiserslautern finden. Auch Menschen im Rollstuhl können darüber eine geeignete Route für sich finden. Mit dem Solarkataster lässt sich berechnen, wie viel Strom sich mit Photovoltaik auf dem eigenen Dach produzieren ließe.