"Es ist ein Wettbewerb mit anderen Verwaltungen um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter." Ein Satz, der gleich aus mehreren Stadt- und Kreisverwaltungen in der Westpfalz zu hören ist. Personalmangel im öffentlichen Dienst - er ist auch längst in Kusel, Pirmasens oder Kaiserslautern angekommen. In der Westpfalz sind alleine in den Kreis- und Stadtverwaltungen mehr als 170 Stellen nicht besetzt.
In der Kreisverwaltung Kusel sind nach Angaben der Verwaltung aktuell 36 Stellen unbesetzt - die meisten davon im Bereich Jugend und Soziales, aber auch im Jobcenter seien einige Posten offen. Die Kreisverwaltung Südwestpfalz muss aktuell trotz 50 freier Stellen den Alltag bewältigen. Alle Abteilungen seien betroffen, besonders der Bereich Soziales, so die Verwaltung.
Fast 90 offene Stellen Mitte 2025 in Pirmasens
In Pirmasens waren Mitte des vergangenen Jahres fast 90 von über 900 Stellen unbesetzt, so die Stadtverwaltung. Von dort heißt es: "Auswirkungen auf die Bürger ergeben sich aktuell nicht.“ Allerdings könnten manche Arbeiten der Stadtbildpflege etwas länger dauern, zum Beispiel auf den Friedhöfen, in Grün- oder Parkanlagen. Wie ein Sprecher der Stadt sagt, sind von den offenen Stellen nahezu alle Bereiche betroffen.
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Die Kreisverwaltung Kaiserslautern hat nach eigenen Angaben noch "keinen strukturellen Personalmangel". Offene Stellen würden "in der Regel im erforderlichen Zeitrahmen wieder besetzt". Schwierig sei es, Stellen bei feuerwehrtechnischen Bediensteten, Ärzten, Bauingenieuren oder Bautechnikern zu besetzen. Für die Bürgerinnen und Bürger könne dies zeitweise etwas längere Bearbeitungszeiten bedeuten.
Offene Stellen: Am Donnersberg sieht es noch gut aus
Auch in der Kreisverwaltung des Donnersbergkreises sieht es noch verhältnismäßig gut aus. Dort sind nach Angaben der Verwaltung fünf Stellen offen. Der Kreis ist mit seiner "geringen Fluktuationsquote sehr zufrieden". Herausfordernd sei die Besetzung von zeitlich befristeten Stellen. In der Stadt Kaiserslautern gibt es aktuell mehr als 1.860 Stellen. Ein Sprecher schätzt, dass unter zehn Prozent aktuell nicht besetzt sind. ´
Verwaltungen versuchen, Mitarbeiter mit Homeoffice zu locken
Doch was tun die Verwaltungen, um für Bewerberinnen und Bewerber attraktiv zu sein? Der Kreis Kusel setzt zum Beispiel darauf, selbst verstärkt Personal auszubilden. Aktuell hat die Kreisverwaltung 24 Auszubildende. Neue Mitarbeiter sollen zudem von flexiblen und familienfreundlichen Arbeitszeiten, Gleitzeitkonten und Homeoffice überzeugt werden. In der derzeitigen Situation versuche die Verwaltung, dass die Bürger möglichst wenig vom Personalengpass mitbekommen.
Der Kreis Südwestpfalz setzt auf gezieltes Marketing, um Personal zu gewinnen. Und die Stadt Pirmasens wirbt neben Homeoffice zum Beispiel mit Betriebssport oder Gesundheitsangeboten. Die klassische Akquise reiche nicht mehr aus. Die Stadt Pirmasens will deswegen auch verstärkt junge Menschen ausbilden und unter anderem auf eine Zusammenarbeit mit anderen Kommunen setzen.