"Die Weltmeisterschaft 2006 hat der Stadt eine sehr große Sichtbarkeit gebracht. Wer hatte denn weltweit Kaiserslautern und das Stadion im Blick gehabt", fragt Stefan Weiler, der Geschäftsführer der Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern GmbH.
Auch bei vielen Menschen in der Pfalz lösen die Erinnerungen an die Heim-Weltmeisterschaft viele positive Emotionen aus. Bilder von der vollen Fanmeile in der Innenstadt gingen um die Welt. Der Sommer 2006 war geprägt von Partys und packenden WM-Spielen.
Kaiserslautern fehlt die Infrastruktur für Großturniere
Doch 20 Jahre danach sind die Anforderungen an die Austragung einer Welt- oder Europameisterschaft im Fußball gestiegen. Das hat Kaiserslautern zu spüren bekommen. Deutschland wird 2029 die Fußball-Europameisterschaft der Frauen austragen. Dortmund, Hannover, Wolfsburg, Düsseldorf, Leipzig, Köln, Frankfurt am Main und München heißen die acht Spielorte. Kaiserslautern ist nicht dabei.
"Wir waren in Frankfurt in der DFB-Zentrale und haben uns die Ausschreibungsbedingungen angehört. Aktuell können wir sie nicht erfüllen", gibt Weiler zu. Knackpunkt ist die Infrastruktur. "Das sind zum Beispiel Fragen der Hotellerie. Auch muss jede Mannschaft, die in Kaiserslautern spielt, optimale Bedingungen haben" erklärt der Geschäftsführer der Stadiongesellschaft.
DFB bemängelt Fritz-Walter-Stadion
Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) kommt noch zusätzlich Kritik am Stadion. Im November 2025 war die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zu Gast in Kaiserslautern. Es war das Finale der Nations League. Das Hinspiel gegen Spanien (0:0) fand im Fritz-Walter-Stadion statt. 40.159 Zuschauer sahen das Spiel. Die Stimmung auf den Rängen hat beim DFB Eindruck hinterlassen.
Doch der Verband prangert an: "Dadurch, dass die Westkurve nicht bestuhlt werden konnte und somit leider freibleiben musste, konnte jedoch nicht die gesamte Nachfrage nach Tickets bedient werden." Das ist auch ein Grund, warum in Kaiserslautern seit 2017 kein Männer-Länderspiel mehr stattfinden konnte. Nach Angaben des DFB müssten auch noch mehr Plätze für Medienschaffende bereitgestellt werden.
Bestuhlung der Westkurve nicht rentabel
Zur Kritik an der fehlenden Bestuhlung im Stadion sagt Stefan Weiler: "Unsere Westkurve ist eine Stehtribüne. Das ist Teil der Fankultur. Und die Stehtribüne wollen wir nicht für ein bis zwei Länderspiele umbauen. Für die Frauen-EM hätte man eine Interimslösung bauen müssen. Das Geld haben wir aber gerade nicht."
Der Geschäftsführer der Stadiongesellschaft schließt aber nicht kategorisch aus, dass Kaiserslautern irgendwann wieder Spielort für eine Welt- oder Europameisterschaft - gleichgültig ob bei Männern oder Frauen - sein kann: "Wenn sich die finanziellen Bedingungen und auch die Rahmenbedingungen am Stadion ändern, haben wir schon eine Chance."
Fritz-Walter-Stadion soll modernisiert werden
Dafür muss das Fritz-Walter-Stadion aber erst modernisiert werden. Ein paar Baumaßnahmen sind allerdings schon für diesen Sommer geplant. So werden die Treppen im Stadion neu beschichtet. Fahrstühle werden ebenfalls erneuert. "Wir werden auch die neue Flutlichtanlage einbauen und auf LED umstellen. Das sind die Anforderungen von DFB und DFL", sagt Stefan Weiler.