Die Nachricht sorgte im vergangenen Jahr für Aufsehen. Das Westpfalz-Klinikum wird seine Küche schließen und künftig auf einen Caterer setzen. Der Grund für die Entscheidung: Das finanziell angeschlagene Klinikum will damit in den kommenden vier Jahren Investitionen und Betriebskosten von mehr als sechs Millionen Euro einsparen.
Inzwischen steht fest: Ab Mai 2026 wird der Caterer Aramark aus Frankfurt die Patientinnen und Patienten des Klinikums an den Standorten Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen mit Essen versorgen. Was aber bedeutet das für die Patienten? "Im Prinzip wird die Versorgung genauso aussehen, wie vorher auch", sagt Thorsten Hemmer, der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums.
Essen im Westpfalz-Klinikum soll nicht schlechter werden
Die Qualität des Essens soll sich nicht verschlechtern. "Wir hoffen sogar, dass wir einzelne Spitzen setzen können", sagt Hemmer. Damit meint er zum Beispiel frische Brötchen zum Frühstück. "So etwas konnten wir bislang wegen der Produktionsmöglichkeiten nicht realisieren", so der Geschäftsführer. Sonderwünsche wie beispielsweise Diätkost seien auch in Zukunft möglich.
Der Caterer wird nach Angaben von Thorsten Hemmer in einem Gewerbegebiet in Kaiserslautern ein Logistikzentrum einrichten. Von dort sollen die Speisen dann durch Krankenhaus-Mitarbeiter an die Standorte des Klinikums gebracht werden. Dort wiederum sollen sie auf die Stationen verteilt werden - wofür auch in Zukunft Personal gebraucht werde. Ebenso, um mit den Patienten zu besprechen, was sie essen wollen
Die Hälfte der Küchenmitarbeiter bleibt im Westpfalz-Klinikum
Ein weiterer Teil der Küchenmitarbeiter habe sich dazu entschieden, in anderen Bereichen des Krankenhauses zu arbeiten - zum Beispiel in der Logistik oder der Reinigung. Rund die Hälfte der Küchenmitarbeiter werde im Westpfalz-Klinikum bleiben. Das freut den Geschäftsführer und auch den kaufmännischen Direktor Peter Selzer. "Wir haben gerade auch im Küchenbereich viele langjährige Beschäftigte."
Insgesamt habe man erreichen können, dass es bei den unbefristet angestellten Mitarbeitenden der Küche keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Anders sieht es allerdings bei den Köchen und Diätassistenten aus. Der Grund: "Wir können ihnen im Klinikum keine vergleichbaren Stellen anbieten", sagt Selzer.
Krankenhaus-Köche klagen vor Arbeitsgericht
Neun Personen seien davon betroffen. Aufgrund von Regelungen der Agentur für Arbeit komme es hier zu betriebsbedingten Kündigungen - und wiederum zu Klagen vor dem Arbeitsgericht. "Wir werden eine Einigung vor dem Arbeitsgericht finden", sagt Selzer - und ergänzt: "Das ist eine maximal unschöne Situation. Diese Kündigungen schmerzen uns sehr. Das betrifft in erster Linie langjährig Beschäftigte. Sich dann womöglich wieder vorm Arbeitsgericht zu treffen, ist für beide Seiten sehr unschön."
Insgesamt seien rund 140 Personen von den Sparmaßnahmen betroffen - neben der Küche unter anderem auch ungelernte Pflegehelferinnen und Pflegehelfer. Die Küche zu schließen, sei alles andere als eine einfache Entscheidung gewesen, betont Geschäftsführer Thorsten Hemmer. "Leider war sie auch vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit auf Dauer ohne Alternative", so der Geschäftsführer.
Krankenhaus hat seit einiger Zeit finanzielle Probleme
Das Westpfalz-Klinikum hat seit einiger Zeit finanzielle Probleme - wie andere Kliniken auch. Die Schließung der Küche ist Teil eines Zukunftskonzeptes, mit dessen Hilfe das Klinikum wieder auf die Beine kommen möchte. Gesellschafter und Banken haben dem Krankenhaus mit rund 80 Millionen Euro geholfen.
"Die Küchenschließung gehört zu den schwierigsten Entscheidungen in meiner Zeit als Betriebsratsvorsitzender. Aber auch für uns als Betriebsrat gilt es, immer das große Ganze im Blick zu behalten und unter den gegebenen Rahmenbedingungen für alle Beteiligten die bestmögliche Lösung zu finden", sagt Leonel Alves, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats. Jeden Tag werden in der Küche des Westpfalz-Klinikums rund 1.000 Mahlzeiten für Patienten und Mitarbeiter zubereitet.