Während sich viele Menschen auf die Silvesternacht samt Feuerwerk freuen, bedeutet das für viele Tiere Stress pur. Lautes Knallen, Donnern, Lichtblitze und Brandgeruch an Silvester: Das versetzt viele Hunde, Katzen und andere Tiere in Angst und Schrecken. Teilweise kann das Feuerwerk Panik auslösen.
Um ihren Tieren die Silvesternacht erträglicher zu machen, haben sich die Tierheime in der Westpfalz entsprechend vorbereitet. Im Tierheim Pirmasens werden zum Beispiel besonders ängstliche Hunde innerhalb des Tierheims abgeschottet, etwa durch geschlossene Hundeklappen, damit weniger Lärm eindringt. Katzen bekommen zusätzliche Höhlen, in die sie sich bei lauten Geräuschen zurückziehen können.
Musik und doppelte Sicherung im Tierheim Zweibrücken
Auch die Mitarbeiter im Tierheim Zweibrücken haben verschiedene Strategien, mit denen sie versuchen, ihren Schützlingen die Angst zu nehmen. So versuchen sie zum Beispiel, die Tiere mit Musik von dem Lärm draußen abzulenken. Außerdem gehen sie mit Hunden nur mit doppelter Sicherung an der Leine spazieren, falls sie sich draußen vor Silvester-Raketen erschrecken.
Zusätzliche Betreuung im Tierheim Kaiserslautern
Auch im Tierheim Kaiserslautern werden ähnliche Maßnahmen getroffen. Eine Mitarbeiterin sei hier auch um 0 Uhr vor Ort, um sich um die besonders verängstigten Tiere zu kümmern, so Geschäftsführer Lukas Walter. Er weist auch darauf hin, dass viele Tiere noch Tage nach Silvester unter Stressfolgen leiden.
Außerdem berichtet Walter, dass im Januar jedes Jahr Tiere im Tierheim abgegeben werden, die in der Silvesternacht gefunden wurden. Diese haben sich dann zum Beispiel vor Angst von der Leine gerissen und seien weggerannt, haben sich in Schockstarre versteckt oder nicht mehr nach Hause gefunden. In einem sind sich alle drei Tierheime einig: Einige ihrer Tiere würden die Silvesternacht zwar ohne Angst überstehen, die meisten verbringen die ganze Nacht aber zitternd in der Ecke oder unter einer Decke.
Tierärztin erklärt Ursache der Silvesterangst
Woher diese Angst bei den meisten Tieren an Silvester kommt, weiß Tierärztin Dr. Sandrine Delorme aus Landstuhl. Sie erklärt, dass Tiere die lauten Geräusche nicht einordnen können und sie teilweise dreimal so laut hören wie wir Menschen. Für viele Tiere fühle sich das an "wie das Ende der Welt“.
Rund um Silvester würden einige Tierbesitzer in die Praxis kommen, um beruhigende Medikamente zu bekommen, die teils sogar ausverkauft sind, berichtet Delorme. Die Tierärztin empfiehlt auch klassische Musik zur Ablenkung, betont aber, dass manche Tiere dennoch Angst haben.
Auch Pferde leiden unter dem Silvesterlärm
Die Angst an Silvester beschränkt sich aber nicht nur auf die Kleintiere. Deshalb bereiten sich auch viele Pferdebesitzer in der Westpfalz auf die Jahreswende vor. Eine davon ist Susanne Zimmermann-Punstein. Mit ihrem Mann betreibt sie einen Reiterhof in Schneckenhausen im Kreis Kaiserslautern und bildet dort Menschen und Pferde aus. Ihre Pferde dürfen auch an Silvester raus in ihren Auslauf, um sich dort bewegen zu können. Das sei auch wichtig, denn Pferde seien Fluchttiere, so Zimmermann-Punstein. Für sie sei es nicht einschätzbar, warum es nachts plötzlich laut knallt und bunte Blitze am Himmel erscheinen.
Ihr erster Reflex sei deshalb die Flucht. Bei dieser Flucht können sich die Pferde aber auch verletzen. Im Stall von Susanne Zimmermann-Punstein sei das zwar an Silvester noch nicht passiert, trotzdem verbringe sie die Jahreswende bei ihren Pferden im Stall, um sie zu beruhigen.